Quartalszahlen-Newsblog: Qualcomm enttäuscht, Deutsche Bahn und Ferrari im Fokus
Quartalszahlen-Newsblog: Qualcomm enttäuscht, DB und Ferrari

Der US-Chiphersteller Qualcomm hat die Anleger mit einem verhaltenen Gewinnausblick für das vierte Quartal enttäuscht. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um mehr als drei Prozent. Qualcomm rechnet mit einem bereinigten Gewinn zwischen 2,05 und 2,25 Dollar je Aktie, während Analysten 2,36 Dollar erwartet hatten. Als Gründe nannte der Konzern gestiegene Kosten in der Lieferkette und einen stärker als erwarteten Umsatzrückgang mit Apple-Produkten aufgrund von Lieferengpässen. Konzernchef Cristiano Amon kündigte Preiserhöhungen ab dem 1. September an: „Wir geben lediglich die erheblichen Kostensteigerungen weiter, die wir verzeichnen.“ Der Anteil von Qualcomm-Komponenten beim nächsten iPhone werde deutlich unter 20 Prozent fallen. Im dritten Quartal sank der Umsatz in der Handset-Sparte um 20 Prozent auf 5,09 Milliarden Dollar, der Gesamtumsatz fiel um vier Prozent auf 9,95 Milliarden Dollar, übertraf jedoch die Erwartungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie verfehlte mit 2,21 Dollar die Prognosen knapp.

Deutsche Bahn legt Halbjahresbilanz vor

Die krisengebeutelte Deutsche Bahn stellt ihre Halbjahresbilanz vor. 2025 verzeichnete der Konzern einen Milliardenverlust, operativ schrieb er aber schwarze Zahlen. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) lag bei plus 297 Millionen Euro, für 2026 sollen es etwa 600 Millionen Euro werden. Bahnchefin Evelyn Palla leitete einen Konzernumbau mit Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen ein. Besonders kritisch ist die Lage bei DB Cargo: Die Güterverkehrssparte muss ab 2026 dauerhaft profitabel sein, sonst drohen Konsequenzen der EU-Kommission. Cargo-Chef Bernhard Osburg plant den Abbau von 6.200 Stellen in Deutschland.

Ferrari erreicht Absatzziel für E-Auto „Luce“

Ferrari hat einem Bericht der „Financial Times“ zufolge sein Jahresabsatzziel für das erste Elektroauto „Luce“ bereits erreicht. Das Kontingent von knapp 500 Fahrzeugen war in weniger als zwei Monaten nach der Markteinführung im Mai ausgeschöpft. Vor allem in China sei die Nachfrage groß gewesen. Ferrari lehnte eine Stellungnahme ab, will aber am Donnerstag im Rahmen der Halbjahreszahlen informieren. Der 550.000 Euro teure Viersitzer hatte wegen seines Designs von ehemaligen Apple-Designern Jony Ive und Marc Newson negative Kritiken erhalten.

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Procter & Gamble wird vorsichtiger

Procter & Gamble (P&G) blickt wegen der anhaltenden Konsumflaute vorsichtiger auf das neue Geschäftsjahr. Der Konzern prognostizierte ein Umsatzwachstum von einem bis drei Prozent für 2026/27, nach 3,3 Prozent im Vorjahr. Analysten hatten mit 2,7 Prozent gerechnet. Höhere Lebensmittel- und Benzinpreise sowie die Inflation belasten Verbraucher, die zu günstigeren Alternativen greifen. Zudem leidet P&G unter gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten infolge des US-Kriegs mit Iran. Die Aktie verlor im vorbörslichen Handel rund drei Prozent. Im vierten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um 1,5 Prozent auf 21,20 Milliarden Dollar, verfehlte jedoch die Erwartungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,43 Dollar über den Prognosen. Der Konzern rechnet für 2027 mit einer Belastung von rund einer Milliarde Dollar durch höhere Kosten.

Weitere Unternehmenszahlen

Hermès verkaufte im zweiten Quartal wieder mehr Handtaschen: Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 6,7 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Danone wuchs dank des heißen Sommers um 4,2 Prozent, angetrieben von der Wassersparte. Porsche bekräftigte seine Jahresprognose bei einer operativen Rendite von 5,5 bis 7,5 Prozent. Telefonica steigerte den Gewinn um 6,4 Prozent, unterstützt von Spanien und Brasilien. Auto1 legte beim Absatz um ein Fünftel zu, Nordex verbesserte das operative Ergebnis auf 224 Millionen Euro. Redcare übertraf mit einem Umsatzplus von 20 Prozent die Erwartungen. DWS erreichte ein Rekordverwaltungsvermögen von 1,19 Billionen Euro, der Gewinn sank jedoch. Die Deutsche Bank steigerte den Vorsteuergewinn um elf Prozent auf 2,68 Milliarden Euro. SK Hynix verfehlte die Erwartungen trotz Rekordgewinnen. UBS verdiente 64 Prozent mehr vor Steuern. Rio Tinto erzielte den höchsten bereinigten Halbjahresgewinn seit vier Jahren. UPS hob die Prognose an, GSK übertraf mit Spezialmedikamenten die Erwartungen, Visa steigerte den Umsatz um 14 Prozent und Logitech profitierte von Zollerstattungen.

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