Trump sorgt bei WM-Pokalübergabe für Eklat – Buhrufe und Jubelbild-Coup
Trump sorgt bei WM-Pokalübergabe für Eklat

Es war der wohl kurioseste Auftritt eines US-Präsidenten bei einer Fußball-WM: Donald Trump sorgte am Sonntagabend in New Jersey für einen handfesten Eklat, als er sich nach dem Finale zwischen Spanien und Argentinien (1:0 n.V.) auf das Siegerbild der Spanier drängte und sich partout nicht vom Podest entfernen ließ. Schon zuvor hatte Trump die Siegerzeremonie um fast zehn Minuten verzögert, weil er und FIFA-Präsident Gianni Infantino noch nicht bereit waren.

Warten auf den Präsidenten: Argentinier und Spanier stehen minutenlang

Nach dem Abpfiff hatten sich die argentinischen Spieler um Lionel Messi auf den Weg zur Medaillenübergabe gemacht – und mussten dann vor dem Spalier der Spanier ausharren. Der Grund: Donald Trump war noch nicht erschienen. Erst nach rund zehn Minuten, als die Argentinier bereits wieder abgedampft waren, schritten Trump und Infantino über den Rasen. Laute Buhrufe hallten durch das Stadion, die selbst von der Beschallungsanlage nicht übertönt werden konnten. Trump winkte dennoch entschlossen ins Publikum.

Spanische Stars ignorieren Trump – Messi bekommt Sonderbehandlung

Bei der Ehrung ließen die spanischen Spieler Pau Cubarsi, Unai Simon und Rodri, die als bester junger Spieler, bester Torwart und Spieler des Turniers ausgezeichnet wurden, Trump fast stehen. Auch der Präsident hielt sich mit Worten kurz. Anders bei Lionel Messi: Der Argentinier bekam ein doppelt so langes Händeschütteln und fast einen Redeschwall ab. Spaniens Teeniestar Lamine Yamal erhielt wenig später zumindest einen Schulterklopfer.

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Eklat bei Pokalübergabe: Trump bleibt eiskalt auf dem Podest

Der Höhepunkt des diplomatischen Fauxpas folgte bei der Pokalübergabe. Trump und Infantino trugen die Trophäe gemeinsam zu den Spaniern. Nach der Übergabe blieb der US-Präsident eiskalt auf dem Podest stehen. Infantino versuchte, ihn wegzuzerren – erst nach links, dann nach rechts. Trump grinste nur und schüttelte den Spaniern in der ersten Reihe die Hände, stellte sich dann zu ihnen – um auf allen Jubelbildern in der Welt zu erscheinen. „Trump hat es wieder getan: Er drängt sich in den Mittelpunkt, egal ob erwünscht oder nicht“, kommentierte ein ntv-Reporter vor Ort.

Trumps WM-Show: Von Golfrunde bis Helikopter-Landung

Der Präsident war erst am späten Nachmittag im Stadion eingetroffen. Eine Horde Helikopter landete um 14.16 Uhr Ortszeit am Stadion in New Jersey. Einer davon, die „Marine One“, transportierte Trump, die anderen dienten als Ablenkung. Wegen Trumps Anwesenheit wurden zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, was zu langen Schlangen führte. Ein kleiner Einblick in die Security des Präsidenten: Als er im Februar 2025 als erster amtierender Präsident an einem Super Bowl teilnahm, beliefen sich allein die Hotelkosten für die Mitarbeiter des Secret Service auf über 115.000 US-Dollar.

Kaum gezeigt: Trump auf den Stadionbildschirmen nur eine Sekunde

Während des Spiels wurde Trump auf den vier überdimensionalen Bildschirmen kaum eingeblendet. Nicht einmal während der US-Hymne, bei der er salutierte, war er länger als eine Sekunde zu sehen. Es gab vereinzelte Buhrufe, aber der Fokus der Fans lag klar auf der Partie. Trump saß neben seiner Frau Melania und FIFA-Boss Infantino in der mit Plexiglas abgesicherten Ehrenloge. Ein paar Meter weiter saßen Kanadas Premierminister Mark Carney und Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum. Es kam auch zu einer Begrüßung zwischen Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez und Trump – obwohl Trump die Politik von Sanchez mehrfach kritisiert hatte.

WM-Pokal im Louis-Vuitton-Koffer: Trump tätschelt Trophäe in der 10. Minute

Bereits in der 10. Minute des Endspiels sorgte Trump für Aufsehen: Der WM-Pokal wurde im Louis-Vuitton-Koffer aufs Spielfeld gebracht und direkt zu Trump in die Loge getragen. Der Präsident grinste und tätschelte die Trophäe herzlich. FIFA-Präsident Infantino schaute freudig zu. Zweieinhalb Stunden später bekam Trump seinen großen Auftritt bei der Pokalübergabe – und sorgte erneut für Lacher und Ärgernis, weil er das Siegerpodest nicht verließ.

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Trumps Bühne: Sportevents als politisches Instrument

Trump nutzt große Sportevents seit jeher als Bühne. Er rühmte sich mehrfach, die Fußball-WM 2026 und die Olympischen Spiele in die USA geholt zu haben, und gründete eine Arbeitsgruppe zur WM, deren Vorsitz er innehat. Auch den umstrittenen FIFA-Friedenspreis nahm er dankend entgegen. Seit seinem Amtsantritt für eine zweite Amtszeit hat er etliche Sportevents besucht und für seine Zwecke ausgenutzt – so etwa im Juni 2026 das dritte Spiel der NBA-Finalserie der Knicks in New York, wo er ein böses Pfeifkonzert erntete. „Aufmerksamkeit liebt Trump bekanntlich“, so der ntv-Bericht.