WM, Geburtstag, Unabhängigkeit: Trumps riskante Sport-Show
WM, Geburtstag, Unabhängigkeit: Trumps riskante Sport-Show

Trumps riskantes Sommermärchen: WM, Geburtstag und Unabhängigkeitstag als politische Rettungsleine?

Washington – Donald Trump wird heute 80 Jahre alt. Ein Grund für ihn, groß in Washington zu feiern – doch im Hintergrund brodelt es. Die Frage: Wie riskant werden die nächsten WM-Wochen für den US-Präsidenten? Wegen des andauernden Iran-Kriegs und der steigenden Inflation in den USA sinken Trumps Zustimmungswerte immer weiter. Im November werden bei den „Midterm Elections“ beide Kammern des US-Kongresses neu gewählt: 35 Sitze im Senat, die über die Mehrheit entscheiden, und das gesamte Repräsentantenhaus. Verlieren die Republikaner eine oder gar beide Kammern an die Demokraten, könnte Trump nach zwei Jahren im Amt zur „lame duck“ werden – kaum vorstellbar!

Propaganda-Offensive mit Sport und Pathos

Um das zu verhindern, hat die US-Regierung in den nächsten Wochen Polit-Propaganda vom Feinsten geplant: das Mega-Event Fußball-WM mit Trump-Amigo und FIFA-Präsident Gianni Infantino (ab 11. Juni), den 80. Trump-Geburtstag mit UFC-Cagefight im Weißen Haus (14. Juni) und die Feierlichkeiten zum 250. Jubiläum der Unabhängigkeit der USA (4. Juli) mit rasanten Autorennen. Das Großprojekt im Sommer 2026 firmiert im Weißen Haus unter dem Namen „Liberty 250“ – und verspricht möglichst wenig politische Inhalte, dafür Party, Pathos und Patriotismus. Und viel Sport. Nichts davon ist neu, doch Trump war womöglich noch nie so sehr darauf angewiesen wie jetzt.

Doch es gibt Rückschläge: Trump sagte seinen Auftritt beim ersten US-Spiel in Los Angeles ab. Das zweite Spiel der USA findet ausgerechnet in der Demokraten-Hochburg Seattle statt.

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„Sportswashing“ soll von politischen Inhalten ablenken

Der renommierte US-Politologe Prof. Jules Boykoff erforscht seit Jahren die Propaganda-Macht des Sports und erklärt in BILD, wie Donald Trump und Infantino das Showgeschäft betreiben und wie Politik, Lobbyismus und FIFA-Netzwerke rund um die WM zusammenlaufen. Unter „Sportswashing“ versteht man laut Boykoff, dass politische Führer „die Aufmerksamkeit von chronischen Problemen im eigenen Land ablenken, um auf der Weltbühne wichtig oder legitim zu wirken, um gleichzeitig die Voraussetzungen für politischen und finanziellen Gewinn zu schaffen“. Trump erwähnt oft, wie wichtig die Weltmeisterschaft und die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles für sein politisches Vermächtnis sind. „Die UFC-Veranstaltung auf dem South Lawn des Weißen Hauses ist das Sahnehäubchen auf dem Sportswashing-Eisbecher. Je tiefer Trumps Zustimmungswerte sinken, desto mehr Anreiz hat er, sich an den Sport als politische Rettungsleine zu klammern“, so Boykoff.

Infantino: „Ein enges Verhältnis zum Präsidenten“

Auch die FIFA-Funktionäre wissen genau, was sie von der Weltmeisterschaft erwarten. Sie wollen in den USA mehr Aufmerksamkeit erregen und das Wachstum auf dem größten Konsummarkt der Welt ankurbeln. Außerdem wollen sie den Ruf der Korruption und des Exzesses ablegen, der zu Anklagen des US-Justizministeriums geführt hat. „Ich denke, es ist absolut entscheidend für den Erfolg einer Weltmeisterschaft, ein enges Verhältnis zum Präsidenten und zur Regierung zu pflegen“, sagte Infantino letztes Jahr. Trump hat laut Boykoff schon vor langer Zeit erkannt, dass es politisch wirkungsvoller sein kann, weniger explizit politisch aufzutreten. Heißt: Weniger Inhalte, mehr Show!

Die große Bühne könnte zur politischen Gefahr werden

Das Problem: Am vergangenen Montag (8. Juni) musste Trump schmerzvoll sehen, dass der Schuss auch nach hinten losgehen kann! Beim NBA-Basketball-Finalspiel der New York Knicks wurde Trump im Madison Square Garden ausgebuht. Boykoff spricht vom „impliziten Risiko, dass das gewünschte Ergebnis niemals garantiert ist“. Der Ausbruch von Buhrufen verdeutliche die Unsicherheit dieses Vorhabens. Boykoff erwartet unruhige Tage für Trump: „Die Weltmeisterschaft 2026 scheint eine chaotische Angelegenheit zu werden, an der ein unberechenbarer Führer beteiligt ist, der das Rampenlicht genießt und darauf aus ist, den Sport zu seinem politischen Vorteil zu nutzen. Aber es wird ein politischer Kampf sein.“

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