Kuba hat die umfassendste Wirtschaftsreform seit Jahrzehnten verabschiedet. Der 176 Punkte umfassende Plan soll die staatlich gelenkte Wirtschaft öffnen und marktwirtschaftliche Mechanismen einführen. Präsident Miguel Díaz-Canel betonte die historische Verantwortung, das Land zu retten.
Öffnung für ausländische Investoren
Der Karibikstaat will den Immobilienmarkt, Tankstellen und Banken für ausländisches Kapital öffnen. Auch internationale Fast-Food-Ketten sind willkommen. Ziel sei der Erhalt des Sozialismus, erklärte Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz.
Hintergrund der Krise
Kuba leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Energiekrise, verschärft durch US-Sanktionen. Die Reformen erinnern an die 1990er Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion. Díaz-Canel appellierte an die USA, freien Handel zu ermöglichen und den Import von Medikamenten und Treibstoff nicht zu blockieren.
Neue Geschäftsmöglichkeiten
Im Tourismussektor sollen zusätzliche Investitionen in bisher eingeschränkten Regionen wie der Altstadt von Havanna und der Inselkette Los Cayos zugelassen werden. Privatinvestoren dürfen Wohnungen kaufen und verkaufen, Kubaner und Ausländer Aktien staatlicher Unternehmen erwerben.
Marrero Cruz sprach von „wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen“ mit strategischer Bedeutung. Das Wirtschaftsmodell werde umgewandelt, ohne die Prinzipien der Revolution von 1959 aufzugeben.



