Weltbevölkerungstag: 8,3 Milliarden Menschen – Höhepunkt 2084 erwartet
Weltbevölkerung: 8,3 Mrd. – Höhepunkt 2084 erwartet

Am 11. Juli wird der Weltbevölkerungstag begangen – ein Datum, das an das Überschreiten der Fünf-Milliarden-Marke im Jahr 1987 erinnert. Heute, im Jahr 2025, leben nach Schätzungen der Vereinten Nationen rund 8,3 Milliarden Menschen auf der Erde. Die Weltbevölkerung wächst weiter, doch die Menschheit steuert auf einen Wendepunkt zu: Mitte der 2080er Jahre wird die Weltbevölkerung nach derzeitiger UN-Prognose mit etwa 10,3 Milliarden Menschen ihren Höchststand erreichen.

Deutschland schrumpft bereits – Geburtendefizit nicht ausgleichbar

Während die globale Bevölkerung noch zunimmt, ist Deutschland bereits geschrumpft. Zum Jahresende 2025 sank die Bevölkerungszahl auf 83,5 Millionen Menschen – ein Rückgang von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Nettozuwanderung kann das anhaltende Geburtendefizit nicht mehr ausgleichen. Dieser Trend spiegelt eine weltweit sinkende Geburtenrate wider: Die mittlere Kinderzahl pro Frau ist von vier Kindern Mitte der 1970er Jahre auf derzeit etwa 2,2 gesunken, erklärt Frank Swiaczny vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB).

„Derzeit nimmt die Weltbevölkerung trotzdem weiter zu, weil geburtenstarke Jahrgänge das Alter erreichen, in dem Frauen Kinder bekommen“, so Swiaczny. Sobald die Anzahl potenzieller Mütter durch das sinkende Geburtenniveau zurückgeht, sinke mittelfristig auch die Zahl der Geburten. Hinzu komme die weiterhin steigende Lebenserwartung: „Immer mehr Menschen erreichen heute aufgrund besserer Lebensbedingungen und medizinischer Versorgung ein höheres Alter.“

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Regionale Unterschiede: Afrika wächst, Europa schrumpft

Die Bevölkerungsentwicklung verläuft regional sehr unterschiedlich. Während die Einwohnerzahlen vor allem in Afrika südlich der Sahara noch stark wachsen, sinken sie in vielen wohlhabenden Ländern Europas, Nordamerikas und Ostasiens oder werden voraussichtlich bald schrumpfen. In 63 Ländern und Gebieten – darunter Japan, Russland und China – ist die Bevölkerung bereits geschrumpft. China könnte nach UN-Angaben bis zum Ende des Jahrhunderts sogar mehr als die Hälfte seiner heutigen Einwohnerzahl verlieren.

Demgegenüber stehen 126 Länder, vor allem in Afrika südlich der Sahara und Teilen Asiens, die wohl bis mindestens 2054 weiter wachsen werden. In einigen Staaten wie der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria und Somalia wird sich die Einwohnerzahl zwischen 2024 und 2054 voraussichtlich sogar verdoppeln.

Folgen: Demografische Dividende versus alternde Gesellschaften

In schrumpfenden und alternden Gesellschaften sinkt das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Rentnern massiv, was Renten- und Gesundheitssysteme unter erheblichen finanziellen Druck setzt. Investitionen in Bildung, Produktivitätssteigerung durch Automatisierung und Künstliche Intelligenz sowie selektive Zuwanderung könnten laut Swiaczny den Arbeitskräftemangel teilweise ausgleichen.

In wachsenden Ländern hingegen leben relativ wenige ältere und viele junge Menschen. Erreichen diese das Erwerbsalter, eröffnet sich die Chance auf eine „demografische Dividende“. „Eine große Erwerbsbevölkerung bei noch niedrigen Sozialausgaben kann die Voraussetzung für höhere Investitionen und wirtschaftliches Wachstum fördern“, erklärt Swiaczny.

Tragfähigkeit der Erde: Konsum entscheidend

Unter optimalen Bedingungen könnte die Erde die prognostizierten 10,3 Milliarden Menschen ernähren, unter den derzeitigen Bedingungen jedoch nicht. Entscheidend für die Tragfähigkeit des Planeten seien nicht allein die Bevölkerungszahlen, sondern vor allem die Produktions- und Konsumbedingungen. „Global betrachtet sind die Menschen mit den zehn Prozent höchsten Wohlstand für rund die Hälfte des Ressourcenverbrauchs verantwortlich“, so Swiaczny. „Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung verbraucht weniger als zehn Prozent.“

Das Population Reference Bureau (PRB) in Washington schätzt, dass seit Entstehung des modernen Menschen vor etwa 50.000 Jahren insgesamt 117 Milliarden Menschen auf der Erde gelebt haben. Die heute lebenden 8,3 Milliarden Menschen machen demnach gut 7 Prozent aller jemals geborenen Menschen aus.

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