Bertelsmann-Studie: 76 Prozent der Schüler sehen Ausbildung positiv
76% der Schüler blicken positiv auf Ausbildung

Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass 76 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Deutschland sich eine Berufsausbildung nach der Schulzeit vorstellen können. Zudem geben neun von zehn befragten Auszubildenden an, mit ihrer Ausbildung zufrieden zu sein. Die Studie, für die von Anfang März bis Mitte April 1763 junge Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren sowie 1325 Auszubildende im Alter von 15 bis 25 Jahren befragt wurden, offenbart jedoch auch deutliche Unterschiede je nach Schulbildungsniveau.

Hohe Zufriedenheit unter Auszubildenden

Wie die Studie weiter ergab, würden sich 87 Prozent der Befragten noch einmal für ihren derzeitigen Ausbildungsberuf entscheiden. „Die Berufsausbildung bekommt von den Auszubildenden ein sehr gutes Zeugnis“, erklärte Fabian Schaffer, Experte der Bertelsmann Stiftung für berufliche Bildung. Dies sei eine „erfreuliche Nachricht für die jungen Menschen und für die Betriebe“. Auch unter den Schülerinnen und Schülern ist eine Ausbildung eine beliebte Option: Rund ein Drittel von ihnen möchte auf jeden Fall direkt nach dem Abschluss eine Ausbildung beginnen, weitere 44 Prozent können sich diesen Weg vorstellen.

Pessimismus bei geringer Qualifikation

Allerdings zeigt die Studie auch, dass die Befragten ihre persönlichen Chancen auf einen Ausbildungsplatz umso pessimistischer einschätzen, je niedriger ihr Schulbildungsniveau ist. 38 Prozent derjenigen mit geringem Qualifizierungsniveau glauben nicht daran oder sind sich nicht sicher, dass sie einen Ausbildungsplatz finden werden. Schaffer hält dies für problematisch, weil eine Ausbildung für junge Menschen mit niedriger Schulbildung den besten Weg für den Einstieg ins Berufsleben darstelle. Die Folgen eines fehlenden Abschlusses seien erheblich: 2025 habe die Arbeitslosenquote von Menschen ohne Berufsabschluss bei 21 Prozent gelegen – bei denjenigen mit einer Berufsausbildung hingegen nur bei vier Prozent.

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Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung

Nötig ist nach Auffassung der Bertelsmann Stiftung daher auch, stärker auf Fähigkeiten als auf Schulnoten zu schauen. „Um die Ungelerntenquote zu senken und dem Fachkräftemangel zu begegnen, muss der Einstieg in die Ausbildung so niedrigschwellig wie möglich gestaltet sein“, sagt Schaffer. Die Stiftung empfiehlt deshalb unter anderem, betriebsnahe Zugänge wie Einstiegsqualifizierungen, längere Praktika und Programme wie die assistierte Ausbildung auszubauen.

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