Arbeitsbelastung: Firmen sehen Mitarbeiter unter Druck
Arbeitsbelastung: Mitarbeiter immer stärker unter Druck

Die Arbeitsbelastung in deutschen Unternehmen nimmt aus Sicht der Arbeitgeber weiter zu. Laut einer Umfrage des TÜV-Verbands unter 500 Unternehmen geben zwei Drittel (66 Prozent) an, dass ihre Mitarbeiter in den vergangenen zwei Jahren einer höheren Belastung ausgesetzt waren. Besonders betroffen sind demnach Beschäftigte in der Industrie und im Dienstleistungssektor.

Gründe für die steigende Belastung

Als Hauptgründe für die wachsende Belastung nennen die Unternehmen die zunehmende Arbeitsverdichtung, den Fachkräftemangel und die Digitalisierung. Jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) berichtet sogar von einer deutlich gestiegenen Belastung. Nur acht Prozent sehen eine Entlastung.

Die Umfrage zeigt auch, dass die Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter stärker in den Blick nehmen. So bieten inzwischen 73 Prozent der Firmen betriebliches Gesundheitsmanagement an – ein Anstieg um neun Prozentpunkte gegenüber 2022.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Auswirkungen auf Produktivität und Fluktuation

Die steigende Belastung hat direkte Folgen: Jedes dritte Unternehmen (33 Prozent) verzeichnet eine höhere Krankenquote, 29 Prozent klagen über eine sinkende Produktivität. Gleichzeitig steigt die Fluktuation: 22 Prozent der Unternehmen melden mehr Kündigungen von Beschäftigten, die unter der Belastung leiden.

„Die Ergebnisse sind ein Alarmsignal für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. „Unternehmen müssen jetzt in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Handlungsempfehlungen für Unternehmen

Der TÜV-Verband empfiehlt Unternehmen, flexible Arbeitszeitmodelle zu prüfen, Führungskräfte im Umgang mit Stress zu schulen und psychische Belastungen systematisch zu erfassen. Zudem sollten Gefährdungsbeurteilungen auch psychische Faktoren berücksichtigen.

Positiv: Immer mehr Betriebe erkennen den Handlungsbedarf. So planen 41 Prozent der Unternehmen, ihre Maßnahmen zur Gesundheitsförderung auszubauen. Besonders große Firmen mit über 250 Beschäftigten sind hier Vorreiter.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration