Bahn in der Krise: GSM-Ausfall legt Zugverkehr lahm
Bahn-Krise: GSM-Ausfall legt Zugverkehr lahm

Der Staatskonzern Deutsche Bahn eilt von einem Negativrekord zum nächsten. Der jüngste Technikausfall in der Nacht zum Mittwoch traf Zehntausende Fahrgäste, doch Besserung ist nicht in Sicht. Was hilft da noch? Ein Kommentar von Christoph Schlautmann.

GSM-Technik aus den 90ern als Schwachstelle

Kennen Sie noch den Mobilfunkstandard GSM? Die Übertragungstechnik aus den 90er-Jahren erscheint in entlegenen Regionen bisweilen auf dem Smartphone-Bildschirm mit dem Buchstaben-Signal „E“, was das Surfen im Internet regelmäßig verleidet. Allein ein Unternehmen in Deutschland schwört bis heute auf diese Technik: die Deutsche Bahn. Sie organisiert den Verkehr auf ihrem 33.000 Kilometer langen Schienennetz mit der als „robust“ eingeschätzten Technik, deren Ausfall in der Nacht zum Mittwoch allerdings das Gegenteil bewies. Schon 2022 standen wegen der anfälligen Technik in Norddeutschland stundenlang die Züge still.

5G als Lösung? EU fordert Umstellung bis 2035

Längst erproben Technikanbieter wie Ericsson und Nokia den modernen Mobilfunkstandard 5G entlang deutscher Bahnstrecken. Spätestens 2035, so will es die EU, soll GSM Geschichte sein. Mit 5G ließen sich Zugabstände in Echtzeit ermitteln, eine kürzere Zugfolge und weniger Staus auf den Gleisen wären die Folge. Doch während sich bei der Deutschen Bahn die Verspätungen von Monat zu Monat anhäufen, Zehntausende Fahrgäste wegen Technikpannen auf Bahnhöfen übernachten müssen oder wie in Stuttgart eine Bahnhofsbaustelle zum Jahrhundertereignis wird, vertröstet der Staatskonzern auf Besserung in Jahrzehnten.

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Bahnchefin Evelyn Palla: Nächster Tiefpunkt erreicht

Bahnchefin Evelyn Palla, die erst kürzlich das Amt übernommen hat, steht vor einer Herkulesaufgabe. Der jüngste Ausfall zeigt: Die Infrastruktur ist marode, die Digitalisierung stockt. Fahrgäste fordern schnelle Lösungen, doch der Konzern verweist auf langfristige Pläne. Ob der Druck aus der Politik oder von der EU ausreicht, um Tempo zu machen, bleibt fraglich. Fest steht: Schlechter kann es bei der Bahn nicht mehr werden – oder doch?

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