Ab dem kommenden Montag werden in Berlin-Mitte umfangreiche Gleisbauarbeiten durchgeführt, die zu monatelangen Straßensperrungen führen. Betroffen ist vor allem das beliebte Kneipenviertel rund um den Weinbergspark, wo die Veteranenstraße und die Fehrbelliner Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Die Bauarbeiten sollen bis Oktober 2026 andauern und betreffen mehrere Tramlinien, die während dieser Zeit durch Schienenersatzverkehr (SEV) ersetzt werden.
Existenzängste bei Gastronomen und Einzelhändlern
Die Ankündigung der Bauarbeiten hat bei den lokalen Geschäftsleuten große Besorgnis ausgelöst. Viele befürchten, dass die Kunden aufgrund der Sperrungen und des SEV ausbleiben werden. „Wir haben Angst vor einem massiven Umsatzrückgang“, sagt ein Gastronom aus der Veteranenstraße. „Die Baustelle direkt vor der Tür wird viele Gäste abschrecken, die sonst spontan bei uns einkehren.“ Einige Ladeninhaber erwägen sogar, während der Bauzeit verkürzte Öffnungszeiten einzuführen oder ganz zu schließen.
Details der Baumaßnahmen
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erneuern auf einem Abschnitt von rund 1,5 Kilometern die Gleise sowie die Haltestelleninfrastruktur. Die Arbeiten umfassen den Austausch von Schwellen, Schienen und Weichen sowie die Modernisierung der Oberleitungen. Die Kosten belaufen sich auf rund 12 Millionen Euro. Während der Bauphase sind die Straßen für den motorisierten Individualverkehr vollständig gesperrt, Anlieger können jedoch ihre Grundstücke erreichen. Zudem werden Umleitungen für Radfahrer und Fußgänger eingerichtet.
Auswirkungen auf den Verkehr
Die Sperrungen betreffen die Veteranenstraße zwischen der Brunnenstraße und der Torstraße sowie die Fehrbelliner Straße im Abschnitt zwischen der Veteranenstraße und der Schönhauser Allee. Busse der Linie 200 und mehrere Tramlinien werden umgeleitet oder durch SEV ersetzt. Die BVG rechnet mit Beeinträchtigungen für Pendler und Anwohner, betont jedoch die Notwendigkeit der Sanierung für die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Schienennetzes.
Reaktionen aus der Politik
Bezirksstadtrat für Verkehr, Ephraim Gothe (SPD), zeigt sich verständnisvoll für die Sorgen der Gewerbetreibenden. „Wir sind uns der Belastungen bewusst und arbeiten eng mit der BVG zusammen, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Es werden regelmäßige Informationsveranstaltungen für Anwohner und Geschäftsleute angeboten.“ Gleichzeitig appelliert er an die Solidarität der Berliner: „Bitte unterstützen Sie die lokalen Betriebe in dieser Zeit besonders.“
Zukunftsperspektiven
Trotz der kurzfristigen Härten sehen viele Experten die Modernisierung als notwendigen Schritt, um die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs langfristig zu sichern. Die neuen Gleise sollen eine leisere und zuverlässigere Fahrt ermöglichen. Die BVG verspricht, dass die Bauarbeiten termingerecht abgeschlossen werden. Bis dahin müssen die Anwohner und Geschäftsleute jedoch mit erheblichen Einschränkungen rechnen.



