Ein plötzlicher Blutdruckanstieg kann aus dem Nichts kommen und Betroffene völlig unerwartet treffen. Herzklopfen, Kopfschmerzen und Schwindel sind typische Anzeichen einer sogenannten Blutdruckkrise. Doch welche Ursachen stecken dahinter, und wie sollten Betroffene reagieren? Die Kardiologin Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, gibt in der Serie „Herz-Doc“ der FUNKE Mediengruppe Aufschluss.
Ursachen für plötzlichen Bluthochdruck
Laut Prof. Tiefenbacher können verschiedene Faktoren einen abrupten Blutdruckanstieg auslösen. Dazu zählen starker Stress, akute Schmerzen, bestimmte Medikamente oder auch der Konsum von Substanzen wie Koffein oder Alkohol. Auch eine nicht erkannte oder unzureichend behandelte arterielle Hypertonie kann zu plötzlichen Spitzen führen. „Häufig steckt eine Grunderkrankung dahinter, die bislang unentdeckt blieb“, erklärt die Kardiologin.
Symptome und Warnsignale
Eine Blutdruckkrise äußert sich durch Symptome wie starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen oder ein Engegefühl in der Brust. Prof. Tiefenbacher betont: „Wenn der Blutdruck plötzlich auf Werte über 180/120 mmHg steigt, handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der umgehend behandelt werden muss.“ Besonders gefährlich ist dies, wenn gleichzeitig Symptome wie Brustschmerz, Atemnot oder Lähmungserscheinungen auftreten.
Erste Hilfe bei Blutdruckkrise
Im Akutfall rät die Expertin zu Ruhe und einer kontrollierten Atmung. „Legen Sie sich hin, lockern Sie enge Kleidung und versuchen Sie, sich zu entspannen. Messen Sie nach 15 Minuten erneut den Blutdruck. Sinkt er nicht, oder verschlimmern sich die Symptome, zögern Sie nicht, den Notruf zu wählen“, so Prof. Tiefenbacher. Sie warnt davor, eigenständig Medikamente einzunehmen, ohne ärztliche Absprache.
Prävention und langfristige Maßnahmen
Um plötzlichen Blutdruckanstiegen vorzubeugen, empfiehlt die Kardiologin eine regelmäßige Blutdruckkontrolle, eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz und regelmäßige Bewegung. „Besonders Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren können den Blutdruck langfristig senken“, sagt sie. Auch Stressmanagement-Techniken wie Yoga oder Meditation können helfen, die Werte stabil zu halten.
Prof. Tiefenbacher weist darauf hin, dass eine unbehandelte Hypertonie das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden deutlich erhöht. Daher sei es wichtig, bei wiederholten Blutdruckspitzen einen Arzt aufzusuchen und die Ursachen abklären zu lassen.



