Flexiblere Arbeitszeiten nach Chronotyp steigern Produktivität
Chronotyp-gerechte Arbeitszeiten steigern Produktivität

Die deutsche Arbeitswelt ist traditionell auf Frühaufsteher ausgerichtet: Neun Uhr Morgenkonferenz, zehn Uhr Jour fixe, elf Uhr der erste Kundentermin. Spätaufsteher haben dabei oft das Nachsehen. Dabei zeigt die Forschung, dass Unternehmen erheblich davon profitieren, wenn sie Arbeitszeiten am Chronotyp ihrer Mitarbeiter ausrichten.

Kernarbeitszeit vs. biologischer Rhythmus

Eine gesetzlich vorgeschriebene Kernarbeitszeit gibt es in Deutschland nicht. Dennoch arbeiten die meisten Büroangestellten zwischen neun und 17 Uhr – häufig gegen ihren eigenen biologischen Rhythmus. Der Chronotyp, also die individuelle innere Uhr, bestimmt, ob jemand eher ein Morgen- oder Abendmensch ist. Laut Studien sind etwa 40 Prozent der Bevölkerung Frühaufsteher, 30 Prozent Spätaufsteher und der Rest liegt dazwischen.

Produktivitätssteigerung durch flexible Modelle

Eine Untersuchung der Universität München ergab, dass die Produktivität um bis zu 20 Prozent steigen kann, wenn Arbeitszeiten an den Chronotyp angepasst werden. „Mitarbeiter, die nach ihrem natürlichen Rhythmus arbeiten, sind nicht nur leistungsfähiger, sondern auch seltener krank und zufriedener“, zitiert der Tagesspiegel die Forscherin Dr. Franziska Telser. Unternehmen wie Microsoft Deutschland testen bereits Modelle mit vollständig flexiblen Arbeitszeiten ohne Kernzeit.

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Umsetzung in der Praxis

Die Anpassung erfordert keine radikalen Umstellungen. Schon Gleitzeitmodelle mit einem Korridor von 6 bis 22 Uhr können helfen. Wichtig ist, dass Teamtermine in eine Zeit gelegt werden, die für alle Chronotypen akzeptabel ist – etwa zwischen 10 und 15 Uhr. Führungskräfte sollten zudem auf ergebnisorientierte Steuerung statt Anwesenheitskontrolle setzen. Die Forschung zeigt: Ausgeschlafene Mitarbeiter leisten mehr.

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