Ernte in Rheinland-Pfalz: Gute Erträge, aber niedrige Preise setzen Bauern unter Druck
Ernte in RLP: Gute Erträge, niedrige Preise

Die diesjährige Ernte in Rheinland-Pfalz fällt trotz eines ungewöhnlich heißen und trockenen Jahres besser aus als zunächst befürchtet. Besonders Wintergerste, Winterweizen und Raps erzielten gute bis sehr gute Erträge. Das erklärten der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Marco Weber, und der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartel, auf der ersten gemeinsamen Erntepressekonferenz in Badem (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Gleichzeitig geraten die Betriebe jedoch wirtschaftlich unter Druck, da niedrige Erzeugerpreise den deutlich gestiegenen Kosten für Treibstoff, Dünger und Arbeit gegenüberstehen.

Witterungsbedingungen und Auswirkungen auf die Ernte

Das Frühjahr war mit durchschnittlich 10,8 Grad rund 2,7 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Seit Februar blieb der Niederschlag in jedem Monat unterdurchschnittlich. Hitze und Trockenheit beschleunigten den Reifeprozess, was die Erfassung durch den Landhandel erschwerte und bei niedrigen Erzeugerpreisen teilweise zu Hoflagerungen führte.

Wintergerste und Winterweizen: Gute Erträge, schwache Preise

Besonders erfreulich zeigte sich die Wintergerste, die von der Winterfeuchte profitieren konnte. Dem guten Ertrag stünden jedoch schwache Preise gegenüber. Beim Winterweizen, mit rund 106.000 Hektar die wichtigste Marktfrucht des Landes, fällt die Bilanz überwiegend positiv aus: Je nach Region werden sieben bis zehn Tonnen je Hektar erwartet. Roggen hingegen wird bei Preisen um 150 Euro je Tonne zunehmend zum Nischenprodukt.

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Raps und Mais: Unterschiedliche Entwicklungen

Sehr erfreulich entwickelt sich der Raps. Die Anbaufläche stieg um sieben Prozent auf rund 46.000 Hektar. Die trockene Witterung hielt Unkräuter, Pilzkrankheiten und Schädlinge weitgehend zurück. Sorge bereitet dagegen der Mais, dessen Entwicklung regional extrem unterschiedlich ist. Auch Kartoffeln leiden unter der Hitze. Im Weinbau sind die Reben weit entwickelt, im Obstbau ergibt sich ein gemischtes Bild.

Zwiespältige Bilanz der Bauernpräsidenten

Weber und Hartel zogen eine zwiespältige Bilanz: „Gute Erträge treffen auf niedrige Preise“, sagten die beiden Verbandspräsidenten. Stark gestiegene Betriebsmittel- und Lohnkosten stünden Erzeugerpreisen gegenüber, die zum Teil auf dem Niveau von 2020 lägen. Notwendig seien faire Wettbewerbsbedingungen, verlässliche politische Rahmenbedingungen und eine stärkere Marktposition heimischer Betriebe.

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