Henry Kalisch, ein sogenannter Ungelernter ohne formalen Berufsabschluss, war viele Jahre arbeitslos. Nun, mit Ende 20, hat er einen Neustart gewagt und eine Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik begonnen. Sein Weg aus der Perspektivlosigkeit ist ein Beispiel für die Herausforderungen, denen viele Menschen ohne Berufsausbildung gegenüberstehen.
Die Geschichte von Henry Kalisch
Kalisch beschrieb seine Zeit der Arbeitslosigkeit als belastend. Während seine Mutter arbeitete, saß er oft zu Hause. „Und dann kam mir häufig der Gedanke: Du bist gerade nutzlos, du tust nichts für die Gesellschaft. Ich bin fähig zu arbeiten, aber ich kümmere mich einfach nicht“, sagte er der SPIEGEL-Redakteurin Katharina Hölter. Diese Worte zeigen die tiefe Verzweiflung, die viele Arbeitslose empfinden.
Seine Arbeitslosigkeit begann mit einem Aushilfsjob, der keine dauerhafte Perspektive bot. Über eineinhalb Jahre hinweg begleitete Hölter Kalisch und dokumentierte seine Entwicklung. Die Zahl der Menschen ohne Berufsausbildung verharrt seit Jahren auf Rekordniveau, und Kalisch war lange einer von ihnen.
Der Neustart als Elektroniker
Mit 26 Jahren begann Kalisch eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik. Dieser Schritt war für ihn ein entscheidender Wendepunkt. Die Frage bleibt: Wird er langfristig Fuß fassen? Schafft er es, sich aus der Perspektivlosigkeit zu befreien? Die Antwort ist noch offen, doch sein Engagement gibt Anlass zur Hoffnung.
Die SPIEGEL-Start-Redakteurin Franca Quecke betont, wie wichtig ein Job für die Struktur im Alltag ist. „Mein Job bietet mir Struktur im Alltag, feste Routinen, oft Wertschätzung und die besten Kolleg:innen“, schreibt sie. Diese Wertschätzung fehlte Kalisch lange Zeit.
Gesellschaftliche Bedeutung
Die Geschichte von Henry Kalisch ist nicht nur persönlich, sondern auch gesellschaftlich relevant. Sie zeigt, wie schwer es Ungelernte haben, wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Zahl der Menschen ohne Berufsabschluss bleibt hoch, und viele von ihnen kämpfen mit ähnlichen Gefühlen der Nutzlosigkeit.
Der Weg aus der Arbeitslosigkeit erfordert nicht nur Mut, sondern auch Unterstützung. Kalischs Ausbildung ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch ob er dauerhaft Fuß fassen wird, bleibt abzuwarten. Seine Erfahrungen sind ein Appell an die Gesellschaft, mehr in die Integration von Ungelernten zu investieren.



