Tote Fische und Ratten: Sommerwetter belastet Berlins Gewässer
Tote Fische und Ratten: Sommerwetter belastet Berlin

Heftige Regenfälle und überlastete Kanäle haben in Berlin zu einer Welle toter Tiere in Seen und der Spree geführt. Wie der Redakteur Dirk Krampitz berichtet, treiben im Schäfersee hunderte tote Fische und Müll an der Oberfläche. Auch in der Spree wurden tote Ratten gesichtet. Die Ursache: Starkregen und Hitze brachten das Abwassersystem an seine Grenzen, sodass ungeklärtes Wasser in die Gewässer gelangte. Dies führte zu Sauerstoffmangel, der für die Fische tödlich war.

Gefahr für Wasservögel

Die toten Fische stellen nun eine weitere Gefahr dar: Wasservögel könnten die Kadaver fressen und daran verenden. „Die Tiere verfaulen schnell und produzieren Giftstoffe, die für Vögel gefährlich sind“, erklärte ein Sprecher der Berliner Umweltverwaltung. Bereits jetzt wurden erste tote Vögel am Ufer des Schäferse gesichtet. Die Behörden warnen davor, die Kadaver anzufassen oder Hunde in der Nähe der Gewässer frei laufen zu lassen.

Starkregen und Hitzewelle als Auslöser

Der Sommer 2026 brachte extreme Wetterbedingungen: Auf eine Hitzewelle mit Temperaturen über 35 Grad folgten heftige Gewitter mit Starkregen. In Berlin fielen innerhalb weniger Stunden bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht aufnehmen, sodass Mischwasser aus Haushalten und Straßen in die Spree und angrenzende Seen floss. Dieses Wasser enthält nicht nur Fäkalien, sondern auch Chemikalien und Müll, die den Sauerstoffgehalt drastisch senken.

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Maßnahmen der Behörden

Die Berliner Stadtreinigung und die Feuerwehr sind im Einsatz, um die toten Tiere aus den Gewässern zu bergen. Bislang wurden über 500 Kilogramm Fischkadaver aus dem Schäfersee entfernt. Auch die Spree wird mit Booten abgefischt. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Situation zu entschärfen“, so ein Sprecher der Feuerwehr. Die Ursachen für die Überlastung der Kanäle sollen langfristig durch den Ausbau der Kanalisation und die Schaffung von Rückhaltebecken bekämpft werden.

Klimawandel als Treiber

Experten sehen in den extremen Wetterlagen eine Folge des Klimawandels. „Starkregen und Hitzewellen werden häufiger und intensiver. Unsere Infrastruktur ist darauf nicht ausgelegt“, warnt eine Klimaforscherin der Freien Universität Berlin. Sie fordert ein Umdenken in der Stadtplanung, um die Hauptstadt widerstandsfähiger gegen Extremwetter zu machen. Bis dahin drohen weitere derartige Ereignisse, bei denen nicht nur Fische und Ratten, sondern auch andere Tiere und letztlich die Menschen gefährdet sind.

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