Hitzewelle in Berlin: Bundestag sperrt Kuppel, Grillverbot in zwei Bezirken
Hitzewelle Berlin: Kuppel gesperrt, Grillverbot

Die Hauptstadtregion erlebt eine extreme Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 41 Grad am Wochenende. Der Bundestag sperrt am Samstag und Sonntag die Kuppel und Dachterrasse des Reichstagsgebäudes für Besucher. Die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow untersagen ab Samstag das Grillen in Parks. Zahlreiche Veranstaltungen fallen aus, darunter das Berliner Bücherfest auf dem Bebelplatz. Der Berliner Fußballverband sagt die meisten Spiele am Wochenende ab. Kirchen öffnen zur Abkühlung, die Caritas sucht Freiwillige für die Obdachlosenhilfe.

Bundestag sperrt Kuppel – Grillverbot in Parks

Wegen der extremen Hitze bleiben die Dachterrasse und die Kuppel des Reichstagsgebäudes am Samstag und Sonntag ganztägig für Besucher geschlossen, wie die Bundestagsverwaltung mitteilte. Bereits bestätigte Besuche müssen storniert werden.

Die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow verbieten ab Samstag das Grillen auf den ausgewiesenen Flächen in Parks. Grund sind die anhaltende Trockenheit und die hohe Brandgefahr. Das Verbot gilt für die Grillwiese am Neuen Hain im Volkspark Friedrichshain, die Wiese gegenüber dem Kunstrasensportplatz sowie gegenüber dem Rodelhügel im Görlitzer Park und auf der Wiese zwischen Waterloo-Ufer und Zossener Straße auf dem Blücherplatz. Im Mauerpark ist ab Samstag das Grillen auf den ausgewiesenen Flächen ebenfalls untersagt.

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Veranstaltungsabsagen: Bücherfest, Fußball, CSD

Das für Samstag und Sonntag geplante Berliner Bücherfest auf dem Bebelplatz wird wegen der hohen Temperaturen abgesagt. „Angesichts der angekündigten Extremwetterlage müssen wir das Berliner Bücherfest nach Beratungen mit allen Beteiligten schweren Herzens absagen“, teilte Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) mit. „Doch Sicherheit hat für uns oberste Priorität.“

Der Berliner Fußball-Verband zieht Konsequenzen: Alle Spiele ohne Bedeutung für Aufstieg, Abstieg oder Meisterschaft werden abgesagt. Entscheidende Partien werden in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt. Der Christopher Street Day in Bernau bei Berlin wird abgesagt, ebenso der Fahrrad-Pride in Potsdam. Die Hellersdorfer Mini-WM für Kinder fällt aus.

Hitzeschutzmaßnahmen: Cool-Box für Postzusteller, Kirchen als Kühlorte

Die Deutsche Post und DHL haben ihre Schutzmaßnahmen für die rund 8.000 Zusteller in Berlin verstärkt. Jede Zustellkraft kann eine „Cool-Box“ bestellen, die ein wiederverwendbares Kühltuch, einen Pulskühler und einen Nackenschutz enthält. „Wir haben ein umfassendes Sortiment unterschiedlicher Unternehmenskleidung – von schützenden Langarmshirts bis zu Bermuda-Shorts“, teilte ein DHL-Sprecher mit.

Viele Kirchen in Berlin öffnen als Schutz vor der Hitze. Bischof Christian Stäblein lud ein, „länger in der Kirche zu sitzen, den Kopf zu kühlen und den Geist zu stärken“. Die Caritas bietet an drei Tagen pro Woche Hitzehilfe für Obdachlose an, verteilt kühle Getränke, Sonnencreme und Kopfbedeckungen.

Blutreserven knapp – Freibäder unter Druck

Die Blutreserven des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost befinden sich auf einem kritischen Niveau. Der aktuelle Bestand liege deutlich unter der erforderlichen Tagesreichweite von vier bis fünf Tagen, teilte der DRK-Blutspendedienst mit. Grund sei auch die Hitzewelle, die die Spendenbereitschaft sinken lasse. Allein in Berlin und Brandenburg benötige der DRK-Blutspendedienst rund 600 Blutspenden an jedem Werktag.

Das Columbiabad in Neukölln öffnete nach technischen Problemen wieder, musste am Donnerstagmorgen jedoch erneut schließen. Am Nachmittag öffnete es planmäßig um 14 Uhr. Das Prinzenbad in Kreuzberg ist wieder geöffnet. Die Berliner Bäder-Betriebe zeigen die Auslastung in Echtzeit auf einer Karte an.

Rekordtemperaturen erwartet – Tropennächte drohen

Der bisherige Hitzerekord in Berlin liegt bei 38,6 Grad, gemessen am 30. Juni 2019 in Tegel. Meteorologe Stefan Rubach vom Deutschen Wetterdienst erwartet, dass die Temperaturen am Wochenende „in dieser Größenordnung“ landen werden. Die Nächte zum Sonntag und Montag könnten mit Tiefstwerten zwischen 23 und 25 Grad zu Tropennächten werden. „Da wird es schon etwas unangenehmer. Da kriegt man eigentlich kaum noch Abkühlung durchs Lüften“, sagte Rubach.

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Die Bahn bietet wegen der Hitze kostenlose Stornierungen für Fernverkehrstickets an, die bis zum 23. Juni gekauft wurden. Die Berliner Polizeigewerkschaft fordert besseren Hitzeschutz für Einsatzkräfte. „Die Temperaturen belasten unsere Kolleginnen und Kollegen bei Polizei und Feuerwehr immens“, sagte GdP-Landeschef Stephan Weh.