Erfurt bereitet sich auf den größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Stadt vor: Anfang Juli 2026 wird die Alternative für Deutschland (AfD) ihren Bundesparteitag in der thüringischen Landeshauptstadt abhalten. Die Sicherheitsbehörden rechnen mit massiven Protesten, insbesondere von linksextremen Gegendemonstranten, die die Lage eskalieren lassen könnten.
Größter Polizeieinsatz in der Geschichte Erfurts
Nach Angaben des Thüringer Innenministeriums werden rund 5.000 Polizisten aus mehreren Bundesländern sowie der Bundespolizei im Einsatz sein. Dies übertrifft sogar den bisherigen Rekordeinsatz beim G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm. Die Polizei bereitet sich auf eine konfrontative Lage vor: Es wurden Sperrzonen eingerichtet, und die AfD-Delegierten werden mit Bussen zu einem abgeschirmten Kongresszentrum gebracht.
Gefahr durch linksextreme Gewalt
Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor einem erhöhten Eskalations- und Gewaltpotenzial. In den vergangenen Monaten haben linksextreme Gruppierungen ihre Mobilisierung gegen die AfD verstärkt. Bei einem Anti-AfD-Protest 2025 in Gießen kam es bereits zu schweren Ausschreitungen. Die Polizei befürchtet, dass militante Aktivisten versuchen könnten, den Parteitag zu stören oder zu verhindern.
„Wir rechnen mit einer angespannten Lage. Die linksextreme Szene ist hochmotiviert und gewaltbereit“, sagte ein Sprecher des Thüringer Landeskriminalamts. Die Behörden haben daher ein Demonstrationsverbot im unmittelbaren Umfeld des Tagungsortes verhängt.
Vorbereitungen der Stadt Erfurt
Die Stadt Erfurt hat einen Krisenstab eingerichtet und Bürger dazu aufgerufen, die Innenstadt während des Parteitags zu meiden. Schulen und Kindergärten in der Nähe des Kongresszentrums bleiben geschlossen. Die Stadtverwaltung rechnet mit wirtschaftlichen Einbußen, insbesondere im Einzelhandel und Gastgewerbe.
Reaktionen aus der Politik
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kritisierte die AfD scharf: „Die AfD spaltet unsere Gesellschaft und provoziert bewusst Konflikte. Wir werden alles tun, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, aber die Verantwortung für die Eskalation liegt bei der AfD.“ Die AfD selbst wirft der Landesregierung vor, den Parteitag behindern zu wollen. „Wir lassen uns nicht einschüchtern“, sagte AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla. „Unser Parteitag wird stattfinden, und wir werden unsere demokratischen Rechte wahrnehmen.“
Internationale Beobachtung
Auch internationale Medien und Menschenrechtsorganisationen haben ihr Interesse angekündigt. Die Organisation Reporter ohne Grenzen wird den Parteitag beobachten, um die Pressefreiheit zu dokumentieren. Die Polizei rechnet mit bis zu 10.000 Gegendemonstranten, darunter auch Teilnehmer aus dem Ausland.
Der AfD-Bundesparteitag in Erfurt wird somit zu einem Großereignis, das die Stadt und die Sicherheitskräfte vor immense Herausforderungen stellt. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen ausreichen, um eine Eskalation zu verhindern.



