Das deutsche Gastgewerbe hat im Mai einen spürbaren Umsatzdämpfer erlitten. Die Unternehmen hatten nominal 2,0 Prozent weniger in der Kasse als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Preisbereinigt (real) lag der Rückgang bei 2,1 Prozent.
Aufwärtstrend gestoppt
Damit kehrte sich der leichte Aufwärtstrend vom Vormonat um. Für April hatten die Statistiker nach einer Revision der Daten ein reales Plus von 0,5 Prozent gemeldet. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 fielen die Zahlen schwach aus: Der reale Umsatz – also bereinigt um Preiserhöhungen – brach um sechs Prozent ein, während er nominal leicht um 0,3 Prozent nachgab.
Gastronomie besonders betroffen
Die Branche leidet unter der mauen Konjunktur, die für Unsicherheit in der Wirtschaft sorgt und für Zurückhaltung bei den Konsumenten. Besonders die Gastronomie war von dem Rückgang betroffen. Hier sank der Umsatz im Vergleich zum April real um 1,9 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigte sich zudem der Effekt der gestiegenen Preise deutlich: Während der Umsatz nominal um 0,7 Prozent zulegte, sank er preisbereinigt um 7,1 Prozent. In der Hotellerie und bei anderen Beherbergungsfirmen fiel das Minus geringer aus. Hier verzeichneten die Unternehmen zum Vormonat reale Umsatzeinbußen von 0,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sanken die Erlöse real um 2,8 Prozent.
Dehoga kritisiert hohe Kosten
„Hohe Lebenshaltungskosten sowie wirtschaftliche Unsicherheiten und Arbeitsplatzängste dämpfen die Ausgabefreude vieler Menschen“, erklärte der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband (Dehoga) jüngst. Er setzt auf flexiblere Arbeitszeiten und beklagt höhere Kosten für Löhne, Energie und Lebensmittel.
Die Bundesregierung hatte der Branche bereits unter die Arme gegriffen. Seit Jahresbeginn gilt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz auf Speisen in der Gastronomie von sieben Prozent, nach zuvor 19 Prozent.



