UN-Bericht: Deutlicher Anstieg der zivilen Opfer in der Ukraine
Die Zahl der getöteten und verletzten Zivilisten in der Ukraine ist nach einem Bericht des UN-Menschenrechtsbüros im ersten Halbjahr 2026 drastisch gestiegen. Demnach wurden von Januar bis Juni insgesamt 1396 Tote und 7978 Verletzte dokumentiert – ein Anstieg von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Fast eine Verdopplung der Opferzahlen gegenüber 2024 wurde verzeichnet. Als Hauptgrund nannte die UN die starke Zunahme von Drohnenangriffen.
Allein bei Angriffen mit Kurzstreckendrohnen kamen 418 Menschen ums Leben, 2437 wurden verletzt. Im Vorjahreszeitraum waren es 218 Tote und 1511 Verletzte. Die UN-Experten betonten, dass die tatsächlichen Zahlen vermutlich höher liegen, da nicht alle Opfer erfasst werden könnten.
Mindestens drei Tote bei russischem Angriff auf Saporischschja
Bei einem russischen Angriff mit einer gelenkten Fliegerbombe auf die südukrainische Stadt Saporischschja wurden nach Angaben der regionalen Behörden mindestens drei Menschen getötet und mehr als ein Dutzend verletzt. Sieben Stockwerke eines neunstöckigen Wohnhauses gerieten in Brand, wie die Militärverwaltung auf Telegram mitteilte. Russland setzt in Frontnähe häufig derartige Bomben ein. Die Regierung in Moskau bestreitet, gezielt Zivilisten anzugreifen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von zwei Todesopfern in Saporischschja und weiteren Toten in Cherson. „Russland hat mit Gleitbomben ein gewöhnliches mehrstöckiges Wohnhaus angegriffen“, schrieb er in sozialen Medien. Auch in Sumy wurden sechs Bewohner bei Drohnenangriffen verletzt, darunter vier Minderjährige.
Russisches Kriegsschiff feuert scharfe Munition im Ärmelkanal ab
Ein russisches Kriegsschiff hat im Ärmelkanal nahe der britischen Küste eine Übung mit scharfer Munition abgehalten. Die halbstündige Übung in internationalen Gewässern fand rund 40 Seemeilen südlich der Stadt Plymouth statt, wie das britische Verteidigungsministerium mitteilte. Die Besatzung der Fregatte „Neustraschimi“ informierte zuvor das britische Patrouillenschiff „HMS Tyne“ und forderte es auf, sich in eine sichere Position zu begeben. Die britische Marine überwachte die Übung. Der Vorfall ereignete sich am Tag des Amtsantritts des neuen britischen Premierministers Andy Burnham und verschärft die Spannungen zwischen Russland und dem Westen.
Russland leitet Benzin aus Sibirien um – Krise auf der Krim
Russland stabilisiert die Treibstoffversorgung in der Region Moskau mit umgeleiteten Lieferungen aus Sibirien und verstärkten Importen aus Belarus. Hintergrund sind ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien, die zu Engpässen bei Benzin und Diesel führten. Die landesweite Benzinproduktion fiel Anfang Juli auf rund 65 Prozent des durchschnittlichen saisonalen Verbrauchs. Ein Angriff auf die Moskauer Ölraffinerie Mitte Juni verursachte lange Schlangen an Tankstellen in der Hauptstadt.
Händler berichteten, dass Benzin aus dem Ural und Sibirien sowie Importe aus Belarus nach Moskau umgeleitet wurden. Die Raffinerie Atschinsk in der sibirischen Region Krasnojarsk beliefert nun die Hauptstadt. Während sich die Lage in Moskau entspannt hat, leidet die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim am stärksten unter der Kraftstoffknappheit. In der Region Pskow kontrollieren Sicherheitskräfte Garagen und private Grundstücke auf Benzinvorräte, und der Verkauf wurde rationiert.
Nordkorea bekräftigt Unterstützung für Russland
Nordkorea hat seine Unterstützung für Russlands Krieg gegen die Ukraine bekräftigt. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA erklärte anlässlich eines Besuchs der nordkoreanischen Außenministerin Choe Son Hui in Moskau, dass Pjöngjangs Rückendeckung für die „gesamte Innen- und Außenpolitik der Russischen Föderation“ unerschütterlich sei. Russlands Vorgehen diene dazu, „die Ursachen des Ukraine-Konflikts zu beseitigen“. Moskau sicherte Pjöngjang volle Unterstützung bei der Wahrung der nordkoreanischen Souveränität zu. Seit 2022 haben beide Länder ihre Beziehungen intensiviert; Nordkorea liefert Truppen und Waffen, Russland Lebensmittel und Technologie.
Indien bestellt russischen Diplomaten ein
Nach dem Tod von vier indischen Seeleuten bei einem Raketenangriff im Schwarzen Meer bestellte Indiens Außenministerium den russischen Geschäftsträger Wladimir Ladanow ein. Das Ministerium forderte ihn auf, Indiens „ernste Besorgnis“ zu übermitteln. Angriffe auf die zivile Schifffahrt und der Tod von Zivilisten seien „inakzeptabel“. Ukrainischen Angaben zufolge hatte Russland den Frachter „Golden Leo“ am Sonntag mit drei Marschflugkörpern beschossen, wobei zehn Menschen starben, darunter vier Inder. Das Schiff gehörte einem indischen Unternehmen. Eine russische Stellungnahme lag nicht vor.
Ukraine startet FPV-Drohnen von Überwasserdrohnen
Ukrainische Marineinfanteristen haben erstmals FPV-Drohnen von unbemannten Überwasserdrohnen (USV) gestartet, um russische Stellungen anzugreifen. Die Operation fand nahe Salisnyj Port in der Region Cherson statt. Mehrere unbemannte Boote des Typs Barracuda brachten die Drohnen über das Schwarze Meer in die Nähe russischer Logistikrouten und getarnter Stellungen. Eine USV wurde durch russische Lancet-Munition zerstört, die anderen setzten den Einsatz fort. Dies erweitert die Reichweite von FPV-Systemen erheblich, ohne Piloten in Frontnähe zu gefährden.
Russischer Geheimdienst tötet mutmaßlichen Saboteur
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben einen mutmaßlichen Terroranschlag verhindert und den Verdächtigen getötet. Der 1966 geborene Mann, der in der Ukraine geboren wurde, soll im Auftrag des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR eine Bahnstrecke einer Energieanlage im Ural auskundschaftet haben. Bei seiner Festnahme habe er mit einem Sturmgewehr auf FSB-Mitarbeiter geschossen und sei erschossen worden. Unabhängige Überprüfungen sind nicht möglich. Seit Kriegsbeginn gab es in Russland zahlreiche Sabotageakte, für die oft Kyjiw verantwortlich gemacht wird.
Rumänien meldet Angriff auf Frachter mit drei Verletzten
Nach einem Angriff auf den Flüssiggas-Tanker „Gas Lisbon“ im Schwarzen Meer wurden drei Seeleute verletzt, wie Rumäniens Präsident Nicusor Dan mitteilte. Der Tanker unter liberianischer Flagge war auf dem Weg zum ukrainischen Hafen Reni und wurde etwa 20 Seemeilen vor der rumänischen Küste getroffen. Er transportierte mehr als 3790 Tonnen Propangas aus Ägypten. Die 17-köpfige Besatzung wurde evakuiert, drei Seeleute erlitten schwere Verbrennungen. Dan erklärte, der Vorfall sei „höchstwahrscheinlich Teil des illegalen Angriffskriegs der Russischen Föderation gegen die Ukraine“.
Keine Anzeichen für Erschöpfung russischer Truppen bei Pokrowsk
Die russischen Streitkräfte setzen bei Pokrowsk seit einem halben Jahr auf kleine Infanteriegruppen statt großer mechanisierter Angriffe, wie Major Mychajlo Butko von der ukrainischen Nationalgarde erklärte. Der Drohneneinsatz sei auf beiden Seiten intensiv, auch für Transport und Evakuierung. Trotz hoher Verluste zeigten die russischen Verbände keine Erschöpfung; sie füllten ihre Einheiten regelmäßig auf. Der Frontabschnitt bei Pokrowsk bleibt einer der am stärksten umkämpften.



