Geburten bei Teenagerinnen weltweit um zwölf Prozent gesunken
Geburten bei Teenagerinnen weltweit um 12% gesunken

Die Zahl der Geburten bei Teenagerinnen ist weltweit deutlich zurückgegangen. Nach Angaben der SOS-Kinderdörfer lag die Zahl der Geburten bei Mädchen im Alter von 10 bis 19 Jahren im Jahr 2015 noch bei über 14 Millionen. Bis 2025 sank sie auf rund zwölf Millionen – ein Rückgang um zwei Millionen beziehungsweise zwölf Prozent.

Besonders starker Rückgang bei jüngeren Mädchen

In der Gruppe der 10- bis 14-Jährigen reduzierte sich die Rate um ein Drittel. Bei Mädchen ab 15 Jahren war ein Rückgang um 18 Prozent zu verzeichnen. Diese Entwicklung zeigt, dass globale Initiativen zur Bekämpfung von Geschlechterungleichheit und zur Förderung von Bildung und Gesundheitsdiensten zunehmend Wirkung zeigen.

Risiken für minderjährige Mütter und ihre Kinder

Minderjährige Mütter und ihre Babys sind schweren gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Risiken ausgesetzt. So haben die Mädchen bei der Geburt ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Infektionen, während ihre Kinder oft zu früh zur Welt kommen und als Neugeborene anfälliger für schwere Krankheiten sind. Die Mutterschaft mindert die Bildungs- und Berufschancen der Mädchen erheblich. Ohnehin ist der Anteil derer, die bis zu ihrer Schwangerschaft wenig Zugang zu Bildung hatten und aus einkommensschwachen Familien stammen, unter den minderjährigen Müttern überproportional hoch.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kinderehen als Treiber früher Schwangerschaften

Eine wesentliche Ursache für Teenagerschwangerschaften ist die Kinderehe. Weltweit sind rund zwölf Millionen Mädchen minderjährig verheiratet worden. Der Großteil der zwangsverheirateten Kinderbräute hat kein Mitspracherecht über die Verwendung von Verhütungsmitteln und den Zeitpunkt ihrer Mutterschaft.

Gründe für den Rückgang und regionale Unterschiede

Der Rückgang der Schwangerschaften bei Mädchen hat verschiedene Ursachen. So setzen sich weltweit Initiativen zur Bekämpfung der Geschlechterungleichheit dafür ein, mehr Mädchen den Zugang zu Bildung und zu sexuellen und reproduktiven Gesundheitsdiensten zu ermöglichen. Allerdings sind die Gründe für frühe Mutterschaft breitgefächert: In Regionen mit bewaffneten Konflikten steigt aufgrund sexualisierter Gewalt für Mädchen das Risiko, schwanger zu werden. Daher variiert der Geburtenrückgang je nach Weltregion und auch innerhalb vieler Länder. So erreichten Zentral- und Südasien seit 2000 einen Rückgang von 75 Prozent, während Subsahara-Afrika nach wie vor eine hohe Geburtenrate aufweist. Laut WHO machten im letzten Jahr Geburten bei Minderjährigen noch über neun Prozent aller Geburten aus. Dennoch bedeutet der globale Rückgang einen erheblichen Fortschritt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration