Bei fast allen Spitzenpersonalien in der deutschen Wirtschaft sind Berater beteiligt. Die Consultants durchleuchten die Kandidaten systematisch. Wer Karriere machen will, sollte einiges beachten. Das berichtet die manager-magazin-Redakteurin Eva Buchhorn.
Die Rolle der Headhunter in der deutschen Wirtschaft
Headhunter sind bei der Besetzung von Führungspositionen in deutschen Unternehmen nahezu allgegenwärtig. Sie sind nicht nur Vermittler, sondern auch Berater, die Kandidaten einer gründlichen Prüfung unterziehen. Laut einer Studie von Spencer Stuart sind bei über 90 Prozent der Vorstandsposten in DAX-Unternehmen externe Berater beteiligt. Dieser Trend zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit mit Headhuntern für den Karriereaufstieg ist.
Wie Headhunter Kandidaten bewerten
Die Berater analysieren nicht nur den Lebenslauf, sondern auch die Persönlichkeit, Führungsqualitäten und die kulturelle Passung zum Unternehmen. Sie führen mehrere Gespräche, prüfen Referenzen und nutzen oft psychologische Tests. „Wir schauen nicht nur auf die fachliche Kompetenz, sondern auch auf die soziale Intelligenz und die Fähigkeit, in einem bestimmten Unternehmensumfeld zu agieren“, sagt ein Headhunter, der anonym bleiben möchte.
Tipps für eine erfolgreiche Zusammenarbeit
Um von Headhuntern gefunden zu werden, sollten Kandidaten ihr Netzwerk pflegen und sich als Experten positionieren. Dazu gehört, regelmäßig auf Konferenzen zu sprechen, Fachartikel zu veröffentlichen und in sozialen Medien wie LinkedIn präsent zu sein. Auch eine klare Karriereplanung ist entscheidend. „Kandidaten, die wissen, was sie wollen und wo ihre Stärken liegen, haben die besten Chancen“, betont die Personalberatung Kienbaum.
Der Bewerbungsprozess bei Headhunern
Wenn ein Headhunter anruft, sollten Kandidaten professionell reagieren. Es ist wichtig, offen über Gehaltsvorstellungen und Karriereziele zu sprechen. Die Berater erwarten Ehrlichkeit und Transparenz. Nach dem ersten Gespräch folgen oft mehrere Runden, in denen die Kandidaten ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen müssen. Laut einer Umfrage von Michael Page dauert der gesamte Prozess von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Vertragsunterzeichnung durchschnittlich drei bis sechs Monate.
Die Bedeutung von Diskretion
Diskretion ist ein zentraler Wert in der Headhunter-Branche. Kandidaten sollten vertrauliche Informationen nur preisgeben, wenn sie dem Berater vertrauen. Umgekehrt erwarten Headhunter, dass ihre Anfragen vertraulich behandelt werden. „Ein Vertrauensverhältnis ist die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit“, sagt ein Partner der Beratung Egon Zehnder.
Fazit: Die Karrierebeschleuniger
Headhunter können die Karriere erheblich beschleunigen, wenn man ihre Erwartungen versteht und sich entsprechend präsentiert. Wer die systematische Durchleuchtung durch die Berater als Chance begreift, kann von ihrem Netzwerk und ihrer Expertise profitieren. Die Investition in eine gute Vorbereitung zahlt sich aus – sowohl für die Kandidaten als auch für die Unternehmen, die die besten Führungskräfte suchen.



