Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hat empfohlen, in Deutschland eine kapitalgedeckte Altersvorsorge nach schwedischem Vorbild einzuführen. Verwalten könnte diesen Fonds die Kenfo, die bislang für die atomare Entsorgung zuständig ist. Deren Chefin Anja Mikus sieht darin eine große Chance für Millionen von Beschäftigten.
Rendite von sieben Prozent vor Inflation möglich
„Mit Aktien ist eine Rendite von sieben Prozent vor Inflation langfristig möglich“, sagte Mikus im Interview mit dem SPIEGEL. Sie betonte, dass die Kenfo über die nötige Erfahrung und Infrastruktur verfüge, um einen solchen Fonds zu managen. Die Kommission hatte zuvor errechnet, dass ein Kapitalstock von mehreren hundert Milliarden Euro aufgebaut werden müsste, um die gesetzliche Rente zu entlasten.
Schwedisches Modell als Vorbild
Das schwedische System, die sogenannte Premiepension, gilt als erfolgreiches Beispiel. Dort wird ein Teil der Rentenbeiträge in Aktienfonds angelegt, was langfristig höhere Renditen ermöglicht. Mikus erklärte, dass die Kenfo bereit sei, „gerne am Erfolg der Kapitalrente mitzuarbeiten“. Sie verwies auf die erfolgreiche Verwaltung des Atomfonds, der ein Volumen von rund 50 Milliarden Euro hat.
Große Chance für Millionen Beschäftigte
Die Einführung einer Kapitalrente würde nach Ansicht von Mikus „eine große Chance für Millionen Menschen“ darstellen. Sie könnten von den höheren Renditen profitieren und ihre Altersvorsorge verbessern. Allerdings müsse das System sorgfältig aufgesetzt werden, um Risiken zu minimieren. Die Kenfo schlage vor, den Fonds ähnlich wie in Schweden zu gestalten, mit einer breiten Streuung und niedrigen Kosten.
Kritik und offene Fragen
Kritiker warnen vor den Risiken der Aktienmärkte und verweisen auf mögliche Verluste in Krisenzeiten. Mikus räumte ein, dass es „keine Garantie für Gewinne“ gebe, aber langfristig sei die Wahrscheinlichkeit einer positiven Rendite hoch. Die Rentenkommission hatte zudem betont, dass die Kapitalrente nur eine Ergänzung zur gesetzlichen Rente sein solle und nicht deren Ersatz.



