Auf dem Heidschnuckentag in Müden an der Örtze (Niedersachsen) wurde der schönste aller Heidschnuckenböcke gekürt: „Mister Müden“ 2026 ist ein 80 Kilogramm schweres Jungtier aus Neuenkirchen im Heidekreis. Der Züchter Franz Butz zog das Tier in seiner Hüte-Stammherde groß.
Heidschnucken: Symboltiere der Lüneburger Heide
Heidschnucken gelten als genügsam und sind die Wahrzeichen der Lüneburger Heide. Der Lüneburger Heidschnucken-Verband schätzt den Bestand in Niedersachsen auf rund 10.000 Tiere. Einst waren sie die wichtigste Nutztierart der Region; heute werden sie vor allem in der Landschaftspflege eingesetzt. Die graue, gehörnte Schnucke ist eine gefährdete Nutztierrasse. Ihre Haltung sei eine wichtige Arbeit zum Erhalt der Kulturlandschaft, betonte Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte bei ihrem Rundgang: „Es geht darum, dass wir fördern, unterstützen müssen.“
Strenge Auswahlkriterien für die schönsten Böcke
Eine Kommission des Lüneburger Heidschnucken-Verbands kürt jedes Jahr in Müden die schönsten und fittesten Tiere. Anschließend werden die prämierten Böcke versteigert. Zugelassen sind nur die besten Jährlingsböcke. In diesem Jahr wurden aus den etwa 1800 bis 1900 geborenen Bocklämmern der mehr als 20 Zuchtbetriebe die Spitzentiere ausgewählt. Zu den Auswahlkriterien zählen unter anderem Beinstellung, Rücken, Gewicht, äußeres Erscheinungsbild, Abstammung, allgemeiner Wuchs, Hornstellung, Muskeln sowie Woll- und Fellqualität. Gesunde Beine sind besonders wichtig, da Schnucken oft weite Wege zurücklegen müssen. Das Fell am Kopf muss stets schwarz sein.
Bedeutung der Schafbeweidung für die Artenvielfalt
Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung, hob den ökologischen Wert der Schafhaltung hervor: „Wo Schafbeweidung stattfindet, ist die höchste Artenvielfalt.“ Schafe könnten bis zu 80 Arten transportieren; über Fell und Kot verbreiteten sie Samen und vernetzten so Biotope. Er appellierte an die Ergänzung von Berufs- und Hobbyschäfern, da es nur noch 900 professionelle Betriebe gebe. Der Schafhalter aus Winsen/Luhe forderte mehr Unterstützung für die Branche.
Neue Schutzideen gegen Wölfe
Der Österreicher Rudolf Schaubach hat eine Art Kettenhemd für Schafe entwickelt, das Herden vor Wölfen schützen soll. Tierschützer bezweifeln die Wirksamkeit und kritisieren den Erfinder. Ein ausführliches Interview mit Schaubach lesen Sie auf SPIEGEL.de.



