SPD-Spitzen gegen Abschaffung der Rente mit 63
SPD-Spitzen gegen Abschaffung der Rente mit 63

Die Debatte um die Zukunft der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren spitzt sich zu. Nach der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger hat sich nun auch der Vorsitzende der SPD-Fraktion in Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, klar gegen eine Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 ausgesprochen. Beide Politiker reagieren damit auf einen Kommissionsvorschlag, der im von der SPD geführten Bundessozialministerium erarbeitet wird.

Wachsender Widerstand in der SPD

Die von der SPD-Chefin Bärbel Bas geleitete Kommission hatte vorgeschlagen, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen. Dieser Vorstoß stößt innerhalb der Partei zunehmend auf Widerstand. Bereits zuvor hatten sich die fünf ostdeutschen Ministerpräsidenten gegen das Vorhaben positioniert. Nun schließen sich weitere prominente SPD-Politiker aus dem Westen an.

Rehlinger betonte gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Ich lehne den aktuellen Vorschlag an dieser Stelle ab, weil er dem Respekt vor der Lebensleistung von Menschen widerspricht.“ Sie forderte zugleich eine Abschwächung des Vorschlags: Eine Neuregelung dürfe nicht für diejenigen gelten, die ihre Lebensplanung bereits auf der bisherigen Regelung aufgebaut hätten.

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Schweitzer: „Lebensleistung verdient Anerkennung“

Schweitzer äußerte sich ähnlich deutlich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Lebensleistung verdient Anerkennung. Wer über Jahrzehnte gearbeitet hat – am Fließband, auf dem Bau, in der Pflege oder im Büro – hat sich seine Rente verdient.“ Wer 45 Beitragsjahre voll habe, müsse selbst über seinen Ausstieg entscheiden können – ohne Abschläge und ohne Rechtfertigungsdruck. „Diese Klarheit sind wir den Menschen schuldig, die dieses Land jeden Tag am Laufen halten. Wer das infrage stellt, verwechselt Sparpolitik mit Gerechtigkeit.“

Die Rentenreformpläne sehen vor, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren zu streichen, um die gesetzliche Rentenversicherung langfristig zu entlasten. Kritiker argumentieren jedoch, dass dies vor allem langjährig Beschäftigte in körperlich anstrengenden Berufen treffen würde.

Breite Diskussion in der Partei

Die Diskussion über die Rente mit 63 dürfte die SPD noch länger beschäftigen. Die Parteiführung betont, dass die Vorschläge der Kommission noch nicht final seien und in einem breiten Dialog beraten würden. Dennoch wächst der Druck aus den Ländern, die Pläne zu überarbeiten.

Rehlinger und Schweitzer gelten als einflussreiche Stimmen in der SPD. Ihre Ablehnung könnte die Reformbemühungen der Bundesregierung erschweren, da die SPD auf die Unterstützung ihrer Landesverbände angewiesen ist. Die endgültige Entscheidung über das Rentenpaket wird erst im Herbst erwartet.

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