Thüringen verliert Hunderte Anwälte: Kammer besorgt über Entwicklung
Thüringen verliert Hunderte Anwälte – Kammer besorgt

In Thüringen müssen Bürger immer häufiger länger auf einen Termin bei einem Rechtsanwalt warten. Der Grund: Die Zahl der Juristen im Freistaat ist in den vergangenen Jahren drastisch gesunken. Aktuell kommen nur noch etwa 80 Rechtsanwälte auf 100.000 Einwohner, wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Linke-Landtagsfraktion hervorgeht. Die Rechtsanwaltskammer sieht diese Entwicklung mit Sorge, betont jedoch, dass der Zugang zum Recht noch nicht ernsthaft gefährdet sei.

Hunderte Anwälte weniger seit 2015

Die Daten der Rechtsanwaltskammer zeigen einen deutlichen Rückgang: Im Jahr 2015 hatten noch 2.061 Männer und Frauen eine Zulassung als Rechtsanwalt in Thüringen. Zu Beginn dieses Jahres waren es nur noch 1.651. Hochgerechnet sank die Anwaltsdichte von rund 95 auf etwa 80 Anwälte pro 100.000 Einwohner. Allein im vergangenen Jahr gaben 71 Anwälte ihre Zulassung zurück, während nur 30 Volljuristen eine Neuzulassung beantragten.

Gründe für den Berufsausstieg

Die Linke weist in ihrer Anfrage auf mehrere Ursachen hin: Viele Anwälte gehen in den Ruhestand, wechseln in andere Bereiche der Justiz, in die staatliche Verwaltung oder in die Wirtschaft. Warum Anwälte ihren Beruf aufgeben, wird von der Kammer statistisch nicht erfasst. Die Überalterung verschärft die Lage zusätzlich: Fast 600 der derzeit tätigen Anwälte sind zwischen 56 und 67 Jahre alt, rund 200 arbeiten bereits jenseits des 67. Lebensjahres.

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Zukunft: Weitere Abnahme befürchtet

Für die kommenden Jahre ist zu befürchten, dass die Zahl der Anwälte weiter sinkt. Dies könnte zu noch längeren Wartezeiten für Termine führen. Die Rechtsanwaltskammer sieht „durchaus Anlass zur Sorge“, stellt aber klar: „Aktuell ist noch keine ernsthafte Gefährdung des Zugangs zum Recht gegeben.“

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