Warnstreik in Niedersachsens Spielbanken: Mitarbeiter fordern bessere Bezahlung
Warnstreik in Niedersachsens Spielbanken: Mitarbeiter fordern mehr

Warnstreik legt Spielbanken in Niedersachsen lahm

In den Spielbanken des Bundeslandes Niedersachsen könnte am Mittwoch der Spielbetrieb erheblich gestört werden oder sogar ganz ausfallen. Die Gewerkschaft Verdi hat die rund 430 Beschäftigten der Merkur Spielbanken Niedersachsen GmbH zu einem Warnstreik aufgerufen. Dieser Ausstand findet im Rahmen der aktuellen Tarifverhandlungen statt und soll Druck auf den neuen Betreiber ausüben.

Einschränkungen für Spielgäste erwartet

Für die Besucherinnen und Besucher bedeutet der Streik wahrscheinlich unangenehme Überraschungen. Wie Verdi mitteilte, müssen sie mit eingeschränkten Öffnungszeiten, einem reduzierten Spielangebot oder sogar vollständig geschlossenen Spielbanken rechnen. In der Landeshauptstadt Hannover ist am Vormittag eine zentrale Kundgebung der streikenden Mitarbeitenden geplant, die die Aufmerksamkeit auf ihre Forderungen lenken soll.

Konkrete Forderungen der Gewerkschaft

Die Gewerkschaft Verdi verlangt für die Angestellten der Merkur Spielbanken Niedersachsen GmbH eine spürbare Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. Im Einzelnen fordert sie:

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  • Eine Entgelterhöhung von sieben Prozent für alle Beschäftigten.
  • Die Einführung oder Beibehaltung von Weihnachts- und Urlaubsgeld.
  • Bezahlte Pausen für sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

In der zweiten Verhandlungsrunde Ende Januar habe es zwar eine gewisse Annäherung gegeben, und die Arbeitgeberseite habe ein zweites Angebot vorgelegt. Allerdings klaffen die Vorstellungen bei der Entgeltsteigerung nach wie vor weit auseinander. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Donnerstag angesetzt, wo möglicherweise eine Einigung erzielt werden könnte.

Hintergrund: Übernahme durch die Merkur-Gruppe

Die Merkur-Gruppe hatte die niedersächsischen Spielbanken mit ihren insgesamt zehn Standorten erst am 1. Juli 2025 übernommen. Dieser Wechsel war jedoch nicht reibungslos verlaufen. Zuvor hatte es einen Rechtsstreit um die Lizenzerteilung mit der unterlegenen Spielbanken Niedersachsen GmbH (SNG) gegeben.

Die SNG, einst ein landeseigenes Unternehmen, war seit dem Jahr 1995 Betreiberin der Spielbanken in Niedersachsen. Im Jahr 2005 wurde das Unternehmen privatisiert. Bei der Ausschreibung im Jahr 2024 unterlag die SNG jedoch der Merkur-Gruppe, die den Zuschlag erhielt. Eine Klage der SNG gegen diese Entscheidung blieb schließlich erfolglos, verzögerte aber den Wechsel des Betreibers erheblich.

Im vergangenen Sommer einigten sich die SNG und die Merkur-Gruppe dann auf eine Übernahmevereinbarung für die zehn Standorte und deren gesamte Belegschaft. Zu diesen Standorten gehören klassische Spielkasinos in Städten wie Hannover, Braunschweig, Bad Zwischenahn und Osnabrück sowie Automatenkasinos in weiteren niedersächsischen Kommunen.

Der aktuelle Warnstreik zeigt, dass die Integration unter dem neuen Eigentümer noch nicht abgeschlossen ist und die Mitarbeitenden auf ihre Rechte pochen. Die Tarifverhandlungen am Donnerstag werden entscheidend sein, ob es zu weiteren Arbeitsniederlegungen kommt oder eine Einigung erzielt werden kann.

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