ARD und ZDF: WM 2030 nach Telekom-Deal noch ungewiss
ARD und ZDF: WM 2030 nach Telekom-Deal ungewiss

Der Pay-TV-Anbieter MagentaTV der Telekom hat sich die Übertragungsrechte für alle 104 Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2030 gesichert. Damit ist offen, ob die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF erneut Sublizenzen erhalten, um Spiele im Free-TV zu zeigen. Der Medienstaatsvertrag garantiert jedoch, dass alle Spiele mit deutscher Beteiligung, das Eröffnungsspiel, die Halbfinals und das Finale frei empfangbar sein müssen.

Telekom bestätigt WM-Deal für 2030

Kurz vor dem WM-Endspiel 2026 zwischen Spanien und Argentinien gab Telekom-Deutschlandchef Rodrigo Diehl bei MagentaTV bekannt: „Wir haben die Rechte für die WM in 2030 erworben, wir haben das schon unterschrieben. Ich freue mich total auf das, was kommt.“ Der Vertrag umfasst erneut 104 Spiele, auch wenn das Turnier 2030 voraussichtlich mit 48 Teams und 128 Spielen stattfinden wird. Wie die Telekom mit einer möglichen Aufstockung umgeht, ließ sie offen.

Gespräche über Sublizenzen geplant

Telekom-TV-Chef Arnim Butzen kündigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur an: „Das Modell der Sublizensierung hat sich bewährt, wir werden bald erste Gespräche mit potenziellen Partnern aus dem Markt führen.“ Details zur möglichen Aufteilung der Rechte nannte er nicht. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky zeigte sich interessiert: „Wir werden sehen, ob die Telekom auch für 2030 Rechte anbietet und dann entscheiden, ob und – wenn ja – wir uns bemühen.“

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Bisherige Zusammenarbeit positiv

Die öffentlich-rechtlichen Sender bewerten die Kooperation mit der Telekom bislang als konstruktiv. Balkausky lobte: „Die Zusammenarbeit war insgesamt gut, beide Seiten haben ihre Interessen in allen Gesprächen stark vertreten, aber es war immer lösungsorientiert.“ Auch ZDF-Sportchef Yorck Polus betonte: „Es gibt ein so großes Interesse am Fußball, dass auch Platz für zwei Anbieter ist, die Öffentlich-Rechtlichen plus Magenta.“

Medienstaatsvertrag sichert Free-TV-Spiele

Der Medienstaatsvertrag legt in Paragraf 13 fest, dass bei einer Fußball-WM „alle Spiele mit deutscher Beteiligung sowie unabhängig von einer deutschen Beteiligung das Eröffnungsspiel, die Halbfinalspiele und das Endspiel“ frei empfangbar sein müssen. Somit ist gewährleistet, dass auch 2030 zumindest diese Partien im Free-TV laufen. Allerdings plant die Telekom für 2030 „zahlreiche exklusive Spiele“ hinter der Bezahlschranke, wie Butzen ankündigte.

Alternative Free-TV-Partner möglich

Neben ARD und ZDF könnten auch ProSiebenSat.1 und die RTL-Gruppe als Sublizenznehmer infrage kommen. RTL teilte auf Anfrage mit: „Wir sind grundsätzlich an allen attraktiven Sportrechten interessiert und schauen sie uns an, wenn sie angeboten werden.“ Die WM 2030 ist für Sender aufgrund der Zeitzonen (Austragungsort noch offen) attraktiver als das Turnier 2026 in Nordamerika, da mehr Spiele zur Primetime stattfinden könnten.

Rekordquote für ZDF beim WM-Finale 2026

Zum Abschluss der WM 2026 erzielte das ZDF mit dem Endspiel Spanien gegen Argentinien eine Traumquote: 17,362 Millionen Zuschauer sahen den Sieg der Spanier – ein Rekord für Spiele ohne deutsche Beteiligung. Dies unterstreicht das enorme Interesse an der WM, das auch bei künftigen Turnieren bestehen dürfte.

Telekom etabliert sich als fester Pay-TV-Partner

Mit dem neuen Vertrag festigt die Telekom ihre Position als Pay-TV-Anbieter bei großen Fußballturnieren. Bereits bei den Europameisterschaften 2024 und 2028 zeigte MagentaTV alle Spiele exklusiv. Auch bei der Euro 2028 in Großbritannien und Irland wird MagentaTV als einziger Anbieter alle Begegnungen übertragen. ARD und ZDF sind über Sublizenzen dabei – ein Modell, das sich auch für die WM 2030 anbietet.

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