ZEW-Konjunkturerwartungen steigen deutlich – Reformpaket zeigt Wirkung
ZEW-Konjunkturerwartungen steigen deutlich

Die Konjunkturerwartungen für Deutschland haben sich im Juli dank des Reformpakets der Bundesregierung überraschend stark verbessert. Das Stimmungsbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg um 15,8 Punkte auf plus 26,3 Punkte, wie das Institut mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt nur einen Anstieg auf 15,3 Punkte erwartet.

Reformpaket als Treiber der Erholung

„Das Reformpaket scheint Wirkung zu zeigen“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach das Ergebnis der Umfrage unter Finanzmarktteilnehmern. Besonders die exportorientierten Sektoren und die Binnennachfrage verzeichneten stabile Zuwächse. Wambach warnte jedoch: „Die Entwicklung des Irankonflikts und des Ölpreises bleibt dennoch ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die Erholung Deutschlands.“

Der Indikator erholte sich mit dem aktuellen Anstieg den dritten Monat in Folge und erreichte den höchsten Stand seit Februar. Damals, vor dem Irankrieg, hatten die Konjunkturerwartungen noch bei plus 58,3 Punkten gelegen.

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Ökonomen sehen Trendwende

VP-Bank Chefvolkswirt Thomas Gitzel spricht bereits von einer Trendwende. „Die deutsche Wirtschaft hat die Trendwende vollzogen“, schrieb er in einer Analyse. Die zuletzt veröffentlichten „harten“ Konjunkturdaten stimmten zuversichtlich: Im Mai legten Einzelhandelsumsätze, Auftragseingänge und Industrieproduktion zu. „Die Lage ist deutlich besser als die Stimmung“, so Gitzel.

Felicitas Henze, Volkswirtin bei der Deutschen Bank, ergänzte: „Die erneute Verbesserung der Konjunkturerwartungen spricht dafür, dass die Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts zuletzt etwas nachgelassen haben.“ Die geopolitische Lage bleibe jedoch fragil. „Eine weitere Eskalation des Konflikts könnte die deutsche Wirtschaft erheblich belasten.“

Lagebewertung verbessert sich nur leicht

Die Bewertung der aktuellen Wirtschaftslage verbesserte sich weniger stark als die Zukunftserwartungen. Der entsprechende Indikator stieg um 3,4 Punkte auf minus 77,6 Punkte. Ökonomen hatten mit minus 77,7 Punkten gerechnet. Die immer noch schwache Lageeinschätzung zeigt, dass die Erholung noch nicht in der Breite angekommen ist.

Das Reformpaket der Bundesregierung umfasst unter anderem Pläne zu Steuern, Rente und Arbeitsmarkt. Die Ideen sind noch nicht umgesetzt, schüren aber bereits Hoffnungen auf eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung.

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