Bayer gliedert US-Glyphosatgeschäft in neue Firma Ruveon aus
Bayer gliedert US-Glyphosatgeschäft in Ruveon aus

Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer hat sein US-Glyphosatgeschäft in ein eigenständiges Unternehmen mit dem Namen Ruveon ausgegliedert. Wie Bayer in Leverkusen mitteilte, soll Ruveon künftig alle Aspekte des US-Glyphosatgeschäfts abdecken – von der Preisgestaltung über die Produktion bis hin zur Logistik. Das Unternehmen hat seinen Sitz in St. Louis, Missouri, bleibt aber vollständig Teil des Bayer-Konzerns.

Gründe für die Ausgliederung

Bayer begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, agiler auf die spezifischen Anforderungen des US-Marktes reagieren zu können. Der Markt für glyphosathaltige Unkrautvernichter ist in den USA stark durch Nachahmerprodukte geprägt, was eine besondere Wettbewerbsdynamik erzeugt. Die für das US-Glyphosatgeschäft zuständigen Produkt- und Vertriebsteams wurden in Ruveon integriert.

Hintergrund: Klagewelle und Milliardenvergleich

Bayer sieht sich seit Jahren in den USA mit einer milliardenteuren Klagewelle wegen angeblicher Krebsrisiken durch das glyphosathaltige Produkt Roundup konfrontiert. Im Februar 2024 schloss der Konzern einen Sammelvergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar (rund 6,4 Milliarden Euro) zur Beilegung der Rechtsstreitigkeiten. Der Vergleich wurde bereits vorläufig genehmigt; die Anhörung zur endgültigen Genehmigung ist für den 19. August angesetzt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Gerichtserfolg vor dem Obersten Gerichtshof

In der vergangenen Woche erzielte Bayer einen wichtigen Erfolg vor dem Obersten Gerichtshof der USA. Das Gericht entschied, dass Bayer nicht wegen fehlender Krebswarnungen auf Verpackungen von Unkrautvernichtern verklagt werden kann. Zur Begründung führte das Gericht an, dass in den USA einheitliche Kennzeichnungen durch die Umweltbehörde EPA vorgeschrieben sind und daher keine abweichenden Anforderungen einzelner Bundesstaaten gelten können. Dies dürfte tausenden weiteren Klagen im Zusammenhang mit Roundup die Grundlage entziehen. Bayer bestreitet weiterhin ein Krebsrisiko durch Roundup.

Auswirkungen und Ausblick

Mit der Ausgliederung in Ruveon will Bayer das Glyphosatgeschäft in den USA zukunftssicher aufstellen und gleichzeitig die rechtlichen Risiken besser managen. Die Konzentration auf den US-Markt ermöglicht eine spezifischere Strategie gegenüber Wettbewerbern und regulativen Anforderungen. Branchenexperten sehen darin einen strategischen Schritt, um das Kerngeschäft von den anhaltenden Rechtsstreitigkeiten zu entkoppeln und die Profitabilität zu steigern.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration