Bayer Leverkusen hat einen herben Rückschlag erlitten: Die Lokalpolitik in Monheim hat das geplante 120-Millionen-Euro-Campus-Projekt endgültig abgelehnt. Am Mittwochabend stimmten die örtlichen Politiker mit 25 zu 19 Stimmen gegen das Trainingsgelände. Damit ist das Vorhaben in der Nachbargemeinde Leverkusens vorerst gescheitert.
Erste Gespräche über Konsequenzen
Am Donnerstag kamen die Verantwortlichen von Bayer 04 zu ersten Gesprächen zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Die Klubführung um die Geschäftsführer Fernando Carro und Simon Rolfes wird in den kommenden Tagen gemeinsam mit den Bossen der Bayer AG über die Konsequenzen entscheiden. Die Enttäuschung ist groß, denn der Verein hatte die Planung bereits an die Bedenken der Politik angepasst – unter anderem wurde die Zahl der Spielfelder von 12,5 auf 10,5 reduziert. Doch auch das reichte nicht.
Möglichkeit eines Bürgerbegehrens
Formell besteht noch die Möglichkeit, das Projekt über ein Bürgerbegehren auf dem werkseigenen Grundstück in Monheim zu retten. Allerdings wäre selbst ein positives Votum der Einwohner nicht bindend. Die endgültige Entscheidung läge weiterhin bei der Lokalpolitik. Daher gilt der Campus-Platz in Monheim als so gut wie tot.
Verheerendes Signal für den Wirtschaftsstandort
Die Bayer AG hat sich in einer Stellungnahme deutlich geäußert. Der Konzern bezeichnet die Ablehnung als „verheerendes Signal für den Wirtschaftsstandort Monheim“. Bayer ist mit 2200 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in der Stadt. In Monheim befindet sich die Zentrale der Landwirtschaftssparte Crop Science. Ein Abzug des Unternehmens aus Monheim wird nicht ausgeschlossen.
Für die Fußballer von Bayer 04 wird nun der Suchradius für ein neues Trainingsgelände vergrößert. Der Verein hofft dabei auf Unterstützung der Landespolitik. Im April 2027 stehen Landtagswahlen an, was die Hoffnung auf politische Rückendeckung nährt.
Zeitdruck durch A1-Ausbau
Bayer steht unter enormem Zeitdruck. Die aktuellen Trainingsplätze an der Arena müssen dem Ausbau der A1 weichen, der ab 2031 beginnen soll. Der Baustart für den neuen Campus muss daher bis 2028 erfolgen. In den vergangenen zehn Jahren hat der Verein bereits 70 Grundstücke für eine Umsetzung geprüft. In Monheim schien man fündig geworden zu sein – bis zur zweiten Abfuhr durch die Lokalpolitik.
Die Zukunft des Trainingszentrums bleibt ungewiss. Die Verantwortlichen suchen nun fieberhaft nach Alternativen, um den Nachwuchs- und Profibereich rechtzeitig unterzubringen.



