BMW hat sich infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine aus Russland zurückgezogen, doch im Kaliningrader Werk des ehemaligen Partners Avtotor werden weiterhin SUVs des bayrischen Herstellers gebaut – ohne offizielle Genehmigung. Die Preise für diese „Piraten-BMWs“ liegen auf Luxusniveau: Zwischen 12 und 14 Millionen Rubel (etwa 150.000 Euro) verlangt Avtotor für einen X5, X6 oder X7. Zum Vergleich: In Deutschland startet ein neuer X7 bei etwa 105.000 Euro.
Produktion basiert auf Restbeständen
Grundlage der Produktion sind laut russischen Medien verbliebene Restbestände in ehemaligen BMW-Werken, die seit 2022 eingelagert worden sind. Avtotor nutzt diese Teile seit Anfang 2025, um die Modelle X5, X6 und X7 wieder zusammenzubauen. Nach Angaben von „Auto Motor und Sport“ wurden 2025 fast dreimal so viele lokal produzierte BMW-Autos zugelassen wie im Vorjahr. Die Fahrzeuge entsprechen jedoch nur äußerlich dem Stand von 2022, obwohl sie als Modelle der Baujahre 2025 oder 2026 zugelassen werden. Auffällig: Die Wagen haben kleinere Lufteinlässe als aktuelle Modelle.
BMW warnt vor „Piraten-BMW“
Eine BMW-Sprecherin bezeichnete im Portal „United24“ die Produktion als „irregulär“. Der bayrische Konzern warnt Käufer in einem Statement vor dem Erwerb eines sogenannten „Piraten-BMW“ und weist darauf hin, dass seit 2022 keine Qualitätskontrollen mehr stattfinden. Da die Bestände an Originalteilen für die SUVs knapp werden, sollen inzwischen auch lokal beschaffte Komponenten wie Schläuche, Karosserieteile oder Kabelbäume verwendet werden. Die Fahrzeuge sind nicht mehr an die offiziellen BMW-Systeme angebunden, weshalb zahlreiche digitale Funktionen nur eingeschränkt funktionieren oder mit einer anderen Software arbeiten.
Interesse an BMW in Russland ungebrochen
Trotz der Probleme bleibt das Interesse an BMW-Autos in Russland hoch: Nach Angaben von Avtostat wurden 2025 rund 42 Prozent mehr BMWs verkauft als im Vorjahr – insgesamt 16.700 Fahrzeuge. Grauimporte von BMW-Autos über sanktionierte Drittstaaten sind deutlich teurer als die lokal produzierten Fahrzeuge, was die Nachfrage nach den „Piraten-BMWs“ zusätzlich antreibt.



