Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat das kleinste Modell der Boeing-737-Max-Reihe, die 737 Max 7, zugelassen. Das gab der Flugzeughersteller am Mittwoch bekannt. Die Zulassung ist ein wichtiger Schritt für Boeing im Wettbewerb mit dem europäischen Rivalen Airbus.
Zulassung nach jahrelanger Verzögerung
Die 737 Max 7 ist die kleinste Variante der 737-Max-Familie und bietet Platz für bis zu 172 Passagiere in einer Zwei-Klassen-Konfiguration. Ursprünglich sollte das Flugzeug bereits 2019 in Dienst gestellt werden, doch aufgrund der weltweiten Flugverbote nach zwei Abstürzen der 737 Max 8 im Jahr 2018 und 2019 verzögerte sich die Zertifizierung erheblich.
Boeing musste umfangreiche Software-Updates und Schulungsmaßnahmen umsetzen, um die Auflagen der FAA zu erfüllen. Die Zulassung der 737 Max 7 ist nun ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen Wiederherstellung des Vertrauens in die Baureihe.
Erste Auslieferungen erwartet
Boeing rechnet damit, die ersten Exemplare der 737 Max 7 im Jahr 2024 auszuliefern. Erster Kunde wird voraussichtlich die US-Fluggesellschaft Southwest Airlines, die bereits 100 Maschinen bestellt hat. Southwest ist einer der größten Boeing-Kunden und setzt bisher ausschließlich auf die 737-Baureihe.
Mit der Zulassung der 737 Max 7 kann Boeing nun auch kleinere Fluggesellschaften und Regionalanbieter bedienen, die eine kosteneffiziente Lösung für kürzere Strecken suchen. Die 737 Max 7 hat eine Reichweite von rund 6.500 Kilometern und ist damit für viele innereuropäische und innamerikanische Routen geeignet.
Wettbewerb mit Airbus A220
Die 737 Max 7 konkurriert direkt mit dem Airbus A220-300, der von Airbus in Zusammenarbeit mit dem kanadischen Hersteller Bombardier gebaut wird. Der A220-300 bietet Platz für bis zu 160 Passagiere und hat eine ähnliche Reichweite. Airbus hat mit dem A220 bereits mehrere Großaufträge erhalten, darunter von der US-Fluggesellschaft JetBlue und der schweizerischen Swiss.
Boeing hofft, mit der 737 Max 7 im Segment der kleineren Schmalrumpfflugzeuge Marktanteile zurückzugewinnen. Branchenexperten sehen in der Zulassung ein Signal, dass Boeing nach den Krisenjahren wieder in die Offensive geht.
Boeing kämpft mit Produktionsproblemen
Trotz der Zulassung steht Boeing vor erheblichen Herausforderungen. Der Konzern hat mit Produktionsproblemen und Qualitätsmängeln zu kämpfen, die zuletzt zu einer Verlangsamung der Auslieferungen führten. So musste Boeing im Februar 2023 die Auslieferung der 737 Max vorübergehend stoppen, nachdem ein neuer Fertigungsfehler an der Rumpfsektion entdeckt worden war.
Die FAA hat Boeing zudem aufgefordert, einen umfassenden Qualitätsplan vorzulegen, um die Mängel zu beheben. Boeing-Chef Dave Calhoun kündigte an, man werde "alles tun, um die höchsten Standards an Sicherheit und Qualität zu gewährleisten".
Analysten sehen in der Zulassung der 737 Max 7 dennoch einen positiven Schritt. "Die Zulassung ist ein wichtiger Meilenstein für Boeing", sagte der Luftfahrtexperte Richard Aboulafia von der Beratungsfirma AeroDynamic Advisory. "Sie zeigt, dass die FAA Vertrauen in die Sicherheit der Maschine hat."
Ausblick
Boeing strebt an, die Produktion der 737 Max bis 2025 auf 50 Maschinen pro Monat zu steigern. Die Nachfrage nach neuen Flugzeugen ist aufgrund des anhaltenden Reisbooms und der Umstellung auf treibstoffeffizientere Modelle hoch. Airbus hat bereits angekündigt, die Produktion des A220 zu erhöhen, um der Konkurrenz zu begegnen.
Die Zulassung der 737 Max 7 ist ein weiterer Baustein in Boeings Strategie, sein Portfolio zu erweitern und die Kundenbasis zu diversifizieren. Ob das Flugzeug den erhofften Erfolg bringt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.



