Neapel gibt Schalke Schuld am geplatzten Lindström-Transfer
Neapel: Schalke schuld an geplatztem Lindström-Wechsel

Die SSC Neapel hat dem FC Schalke 04 die Schuld am geplatzten Wechsel von Jesper Lindström zugewiesen. Der italienische Klub veröffentlichte am Donnerstag ein detailliertes Protokoll der Transferverhandlungen, das die Verantwortung eindeutig bei den Königsblauen sieht. Zuvor hatte die „Bild“ berichtet, dass Schalke wegen nicht eingehaltener Absprachen verärgert sei – eine Darstellung, die Neapel nun entschieden zurückweist.

Die Chronologie des gescheiterten Transfers

Laut Neapel verliefen die letzten Tage wie folgt: Am Sonntag habe Schalke einem Angebot für den 26-jährigen Dänen grundsätzlich zugestimmt. Doch bereits am Montag um 13.00 Uhr revidierte der Bundesligist seine Entscheidung. Als Begründung nannte Schalke die Verletzungen zweier Spieler am Wochenende, die eine Anpassung der Transferstrategie erforderlich machten. Neapel reagierte um 13.22 Uhr mit Verständnis und akzeptierte sogar die von Schalke vorgelegte neue Vertragsversion. Nur vier Stunden später, um 17.32 Uhr, teilte Schalke dann mit, kein Interesse mehr an dem Transfer zu haben.

„Wir hoffen, dass dieses Statement verdeutlicht, wo die tatsächliche Verantwortung für den gescheiterten Transfer liegt“, erklärte der Klub in seiner Mitteilung. Der italienische Meister von 2023 betonte, dass man alle Forderungen Schalkes erfüllt habe und der Transfer letztlich an der plötzlichen Sinnesänderung des Ruhrgebiet-Klubs gescheitert sei.

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Lindström: Vom Europa-League-Helden zum Problemlos

Jesper Lindström, der von 2021 bis 2023 bei Eintracht Frankfurt spielte und dort zum Helden des Europa-League-Sieges 2022 wurde, wechselte anschließend für rund 25 Millionen Euro nach Neapel. In Italien konnte er jedoch nie die Erwartungen erfüllen und kam in der vergangenen Saison nur selten zum Einsatz. Auch seine Leihen zum FC Everton und zuletzt zum VfL Wolfsburg, der in die 2. Bundesliga abgestiegen ist, verliefen wenig erfolgreich. Nun sollte Lindström bei Schalke einen Neuanfang wagen – doch daraus wird vorerst nichts.

Der Däne weilte wegen des geplanten Transfers bereits in Deutschland, als die Nachricht vom Scheitern des Deals die Runde machte. Für Schalke, das nach dem Abstieg 2023 den Wiederaufstieg anstrebt, ist der geplatzte Transfer ein herber Rückschlag. Die Königsblauen hatten Lindström als Verstärkung für die Offensive eingeplant und müssen nun umplanen.

Schalke schweigt – Neapel sieht sich im Recht

Der FC Schalke 04 hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur wollte der Klub den Vorgang nicht kommentieren. Die SSC Neapel hingegen zeigt sich in ihrer Stellungnahme unmissverständlich: Man habe alle Bedingungen erfüllt und sei bereit gewesen, den Transfer in der von Schalke gewünschten Form abzuwickeln. Die Entscheidung, den Deal platzen zu lassen, sei allein in Gelsenkirchen gefallen.

Der geplatzte Transfer wirft auch Fragen nach der sportlichen Planung Schalkes auf. Der Klub hatte Lindström als Schlüsselspieler für die neue Saison vorgesehen. Nun müssen die Verantwortlichen um Sportvorstand Marc Wilmots schnellstmöglich Ersatz finden. Auf dem Transfermarkt ist jedoch noch Zeit: Das Fenster schließt erst am 2. September.

Wie geht es für Lindström weiter?

Für Jesper Lindström stellt sich nun die Frage, wie es mit seiner Karriere weitergeht. Sein Vertrag in Neapel läuft noch bis 2027, doch nach den enttäuschenden Leihen scheint eine Zukunft in Italien unwahrscheinlich. Mehrere Klubs aus Europa sollen Interesse zeigen, doch ein konkreter Verein wurde bislang nicht genannt. Lindström selbst wollte sich zu den jüngsten Entwicklungen nicht äußern.

Die SSC Neapel unterdessen will den Spieler offenbar weiter abgeben. Nach dem geplatzten Wechsel zu Schalke bleibt der Klub aus Kampanien auf der Suche nach einem Käufer für den Dänen. Die Italiener haben klargestellt, dass sie keine Verwendung für Lindström haben, und hoffen auf neue Angebote aus dem Ausland.

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Ein Transfer mit Vorgeschichte

Der gescheiterte Wechsel ist nicht das erste Mal, dass Lindström und Schalke in Verbindung gebracht werden. Bereits im Sommer 2023 gab es Gerüchte um ein Interesse der Königsblauen, doch der Wechsel kam erst jetzt konkret ins Rollen. Nun bleibt abzuwarten, ob die beiden Klubs in der Zukunft erneut verhandeln werden – oder ob das Verhältnis durch den geplatzten Deal nachhaltig belastet ist.

Für Schalke ist der Vorfall ein weiterer Rückschlag in einer schwierigen Phase. Nach dem Abstieg 2023 und dem verpassten Wiederaufstieg in der vergangenen Saison soll nun der zweite Anlauf gelingen. Der Kader ist jedoch noch nicht komplett, und die Zeit drängt. Die Verantwortlichen müssen nun schnellstmöglich Alternativen prüfen, um die Mannschaft für die neue Saison zu verstärken.