Bosch schließt Waiblinger Werk: 560 Arbeitsplätze fallen bis 2028 weg
Bosch schließt Waiblinger Werk - 560 Jobs betroffen

Bosch schließt Waiblinger Werk: 560 Arbeitsplätze fallen bis 2028 weg

Für 560 Beschäftigte des Bosch-Werks in Waiblingen steht die Zukunft fest: Ihre Arbeitsplätze werden bis spätestens 2028 wegfallen. Viele der Mitarbeiter arbeiten seit Jahren oder sogar Jahrzehnten in dem Betrieb, der sich auf die Produktion von Verbindungsteilen für Automobile spezialisiert hat. Das Werksteil im Rems-Murr-Kreis wird komplett geschlossen, nachdem die Produktion schrittweise heruntergefahren wird.

Sozialplan besiegelt das Aus

Die Schließung war bereits im September 2025 angekündigt worden. Jetzt haben sich Geschäftsleitung und Betriebsrat auf einen umfassenden Sozialplan geeinigt, der den Schritt endgültig besiegelt. Nach der ersten Ankündigung hatte es bereits Proteste vor dem Werk gegeben, bei denen Beschäftigte gegen die Schließung demonstrierten und eine Zukunftsperspektive für den Standort forderten.

Laut Unternehmensangaben sollen rund 220 Beschäftigte ein Angebot für andere Bosch-Standorte erhalten. Für die übrigen Mitarbeiter plant das Unternehmen Maßnahmen wie Altersteilzeit, Vorruhestand und freiwillige Abfindungen. Ziel ist es, betriebsbedingte Kündigungen so weit wie möglich zu vermeiden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Markteinbruch und hohe Kosten als Gründe

Bosch begründet die Schließung mit einem massiven Markteinbruch und hohen Kosten. Der Umsatz mit Verbindungstechnik-Produkten sei auf dem europäischen Markt in den vergangenen acht Jahren um knapp die Hälfte zurückgegangen. Für die kommenden Jahre rechnet der Konzern mit weiteren Rückgängen.

Am Standort Waiblingen selbst seien sowohl das Produktionsvolumen als auch die Beschäftigtenzahl seit Jahren rückläufig. Neue Produkte mit relevanter Beschäftigungswirkung konnten nicht gewonnen werden, was die langfristige Perspektive des Werks infrage stellte.

Teil eines umfassenden Konzernumbaus

Die Schließung ist Teil eines umfassenden Konzernumbaus bei Bosch. Bereits im September 2025 hatte der Konzern angekündigt, rund 13.000 weitere Stellen zu streichen, zusätzlich zu bereits laufenden Programmen. Besonders stark betroffen ist die Mobilitätssparte, also das klassische Autozuliefergeschäft.

Die gesamte Branche steht unter erheblichem Druck: schwache Nachfrage, harter Preiswettbewerb und der teure Umbau Richtung Elektromobilität zwingen viele Unternehmen zu drastischen Maßnahmen. Bosch reagiert mit dieser Schließung auf die veränderten Marktbedingungen und konzentriert sich auf zukunftsfähige Geschäftsfelder.

Für die betroffenen Mitarbeiter in Waiblingen beginnt nun eine Phase der Unsicherheit, während das Unternehmen versucht, die sozialen Folgen der Schließung abzufedern. Der ausgehandelte Sozialplan soll dabei helfen, den Übergang für die Beschäftigten so fair wie möglich zu gestalten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration