DFB und DFL bekennen sich zur Reform: Kein Zurück zur alten Regionalliga-Struktur
DFB und DFL: Reform der Regionalligen ohne Rückkehr

Der deutsche Fußball steht vor einer wegweisenden Reform der Regionalliga-Struktur. Sowohl DFB-Präsident Bernd Neuendorf (64) als auch DFL-Chef Hans-Joachim Watzke (66) haben sich innerhalb weniger Tage deutlich positioniert. Neuendorf erklärte bei einem Live-Talk in Oberhausen: „Für mich ist eines klar: Meister müssen aufsteigen. Das unterschreibe ich.“ Diese elf Worte sind ein klares Bekenntnis zur Änderung der aktuellen Regelung, bei der aus fünf Regionalliga-Meistern nur vier aufsteigen.

Die DFB-Arbeitsgruppe hatte zwei Modelle erarbeitet: das Kompass-Modell und das Regionen-Modell. Neuendorf vermied zunächst eine direkte Präferenz, doch seine Aussage signalisiert, dass ein Zurück zur alten Ordnung nicht mehr in Frage kommt. Das DFL-Präsidium sprach sich am Montag einstimmig für das Kompass-Modell aus, das auch die Reserveteams der Bundesliga und 2. Bundesliga betrifft. Watzke bestätigte gegenüber SPORT BILD: „Meister müssen aufsteigen, wir halten vier Regionalligen im Kompass-Modell für richtig.“ Die DFL lehnt eine Zerschlagung der zuschauerstärksten Regionalliga Nordost, wie sie das Regionen-Modell vorsieht, geschlossen ab.

Neuendorfs Statement als verstecktes Signal

Neuendorfs Verwendung des Slogans „Meister müssen aufsteigen“ der Klub-Initiative „Aufstiegsreform“ wird als versteckte Unterstützung für das Kompass-Modell gedeutet. Dieses Bündnis aus 74 Vereinen wirbt ausschließlich für diese Variante. Aus BILD vorliegenden Sitzungsprotokollen der DFB-Arbeitsgruppe geht hervor, dass DFB-Geschäftsführer Manuel Hartmann, DFL-Vertreter Ansgar Schwenken und Mediator Dr. Michael Vesper für das Kompass-Modell argumentierten. Im Protokoll des dritten AG-Treffens heißt es: „M. Hartmann betont, dass durch das ‚Kompassmodell‘ alle Verbände in gleicher Weise beteiligt wären, sodass es in der öffentlichen Wahrnehmung weder Verlierer noch Gewinner gibt.“

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Weiter ist vermerkt: „M. Vesper ist zuversichtlich, dass in dieser schnelllebigen Zeit die neuen Regionalligen schnell an Identität und Akzeptanz gewinnen. (...) Er unterstützt den mehrheitlichen Wunsch zur unkonventionellen und innovativen Lösung und der Chance, mit dem ‚Kompassmodell‘ etwas Neues zu wagen. Mögliche Erkenntnisse aus der bisher schon verbandsübergreifenden RL Südwest sollten genutzt werden.“

DFB wollte Regionen-Modell verhindern

Bemerkenswert ist, dass der DFB das Regionen-Modell gar nicht zur Abstimmung zulassen wollte. Die Begründung: Der DFB „verweist darauf, dass sich eine ‚Ost-West-Debatte‘ medial nicht vermeiden lässt und rät dazu, nur ein Modell, maximal zwei Modelle vorzuschlagen.“ Dennoch entbrannte genau diese Debatte, nachdem der Westdeutsche, Bayerische und Norddeutsche Fußballverband gegen den Willen der Vereinsvertreter das Regionen-Modell als Gegenvorschlag durch die AG drückten.

DFB-Vize und Nordost-Boss Hermann Winkler (63) bezeichnet die Alternative als „wirr“. Im Regionen-Modell müssten Mannschaften weite Reisen auf sich nehmen, etwa von Flensburg nach Cottbus oder von Leipzig an den Bodensee, während Lok Leipzig und Halle kein Derby mehr hätten. Im Kompass-Modell erfolgt die Einteilung mithilfe von KI jedes Jahr nach den kürzesten Strecken.

Abstimmung in den Regionen steht bevor

Am Montag stimmen die Regionalligisten im Westen, Osten und Norden über die beiden Varianten ab. Es zeichnet sich eine hohe Mehrheit für das Kompass-Modell ab, das auch in Fankreisen maximalen Zuspruch genießt. Watzke und Neuendorf haben die Basis an ihrer Seite und könnten den Fußball nach 14 Jahren Struktur-Zoff wieder einen.

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