Der US-Finanzinvestor Castlelake erhöht den Druck auf die britische Billigfluggesellschaft Easyjet. Nachdem der Easyjet-Vorstand bereits mehrere Vorstöße zurückgewiesen hatte, machte Castlelake an diesem Montag sein Übernahmeangebot nun öffentlich. Der Investor bietet 4,74 Milliarden Pfund, umgerechnet rund 5,5 Milliarden Euro, für die Airline.
Angebot mit deutlichem Aufschlag
Das entspricht einem Aufschlag von 24 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag und von 57 Prozent auf den Kurs der Easyjet-Aktien vom 29. Mai – also bevor das Interesse von Castlelake bekannt wurde. „In dieser Woche wird der Druck auf den Verwaltungsrat steigen“, sagte Dudley Shanley, Analyst bei Goodbody Stockbrokers.
Easyjet lehnte die Offerte jedoch umgehend ab. Der Vorstand sprach von einem „opportunistischen“ Versuch, das Unternehmen zu einem Zeitpunkt zu übernehmen, an dem der Aktienkurs durch die Unsicherheiten, die durch den Nahostkonflikt entstanden sind, belastet sei. Das Angebot werde dem Wert des Unternehmens und seinen Zukunftsaussichten nicht gerecht.
Easyjet-Aktie steigt
Castlelake hatte insgesamt drei unverbindliche Angebote vorgelegt. Nach Offerten über 560 und 600 Pence je Aktie bot der Investor zuletzt 625 Pence. Zusätzlich sieht das Konzept eine Beteiligungsalternative vor: Aktionäre könnten statt einer vollständigen Barauszahlung auch Anteile an einer nicht börsennotierten Gesellschaft innerhalb der künftigen Eigentümerstruktur erhalten.
Die Easyjet-Aktie reagierte auf die Neuigkeiten mit einem Kursanstieg. Analysten erwarten, dass Castlelake nun entweder ein formelles Angebot an die Aktionäre vorlegen oder sich zurückziehen könnte. Die Entscheidung darüber dürfte in den kommenden Tagen fallen.



