Fregatte F-126: Rheinmetall könnte Übernahme der Werft GNYK verwerfen
F-126: Rheinmetall erwägt Verzicht auf GNYK-Übernahme

Rheinmetall könnte nach dem Ende des milliardenschweren Fregatten-Projekts F-126 von den Plänen für eine Übernahme der Kieler Werft GNYK abrücken. „Wir haben nur ein unverbindliches Angebot abgegeben“, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch bei der Grundsteinlegung für ein neues Pulverwerk in Aschau am Inn.

Analyse der veränderten Lage

Nun analysiere der Düsseldorfer Rüstungskonzern die Lage, die sich mit dem Aus für die Fregatte F-126 geändert habe. „Mit der F-126 hätten wir eine weitere Werft gebraucht.“ Dieses Programm hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius jedoch im Juni gestoppt. Derzeit könne er keine endgültige Entscheidung über die Werft treffen, sagte Papperger. Diese solle aber „in den nächsten vier bis fünf Wochen“ fallen.

TKMS bereits ausgestiegen

Die Thyssenkrupp-Marinetochter TKMS hatte am Dienstag erklärt, sie sei aus dem Bieterprozess um die Werft German Naval Yards Kiel (GNYK) ausgestiegen. Nach sorgfältiger Prüfung sehe TKMS „aktuell keine Notwendigkeit für einen Erwerb“, hatte TKMS-Chef Oliver Burkhard gesagt. „Da wir kein Einvernehmen über die wirtschaftlichen Konditionen erzielen konnten, wurde der Bieterprozess daher nun beendet.“

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Hintergrund der Werft GNYK

GNYK gehört zum französischen Familienkonzern CMN Naval und liegt auf dem Kieler Gelände von TKMS. Die Werft war früher als Howaldtswerke-Deutsche Werft bekannt. Sie ist unter anderem auf den Bau großer Marineschiffe wie Fregatten oder Korvetten spezialisiert, bietet aber auch Jachten an.

Rheinmetalls Marine-Ambitionen

Neben TKMS hatte auch Rheinmetall die Werft ins Visier genommen. Die Düsseldorfer Rüstungsschmiede will im zu Jahresbeginn gegründeten Marinegeschäft, mit dem der Dax-Konzern sein Angebot abgerundet hat, rasch wachsen. Zuletzt hatte Rheinmetall die Marine-Sparte der Lürssen-Werft (NVL) für einen vorläufigen Kaufpreis von etwa 1,5 Milliarden Euro übernommen und damit die milliardenschwere neue Sparte geschmiedet.

Rückschlag durch F-126-Ende

Für diese bedeutet das Ende des Fregatten-Projekts F-126 einen deutlichen Rückschlag. Rheinmetall hatte bereits den geplanten Personalaufbau um ungefähr 1000 Arbeitsplätze für die Werftensparte gestoppt. Auch auf die Zahlen der Düsseldorfer schlägt die Entscheidung des Bundes durch: Das Ziel eines Auftragsvolumens (Rheinmetall Nomination) von 20 Milliarden Euro im zweiten Quartal werde durch die Beendigung des Programms nicht erreicht werden können, hatte der Konzern Anfang Juli eingeräumt. Er prüft zudem Auswirkungen auf seine Jahresprognose.

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