Ryanair reagiert auf belgische Steuererhöhung mit Kapazitätskürzungen
Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat angekündigt, ihr Angebot in Belgien deutlich zu reduzieren. Grund ist die geplante Erhöhung der Luftverkehrssteuer, die ab dem 1. Januar 2026 in Kraft treten soll. Ryanair werde „fünf Flugzeuge von unserer Basis in Charleroi abziehen“, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Insgesamt würden für den Winter 2026 und den Sommer 2027 zwei Millionen Flugsitze aus den Plänen der beiden Brüsseler Flughäfen Charleroi und Zaventem gestrichen.
Steuererhöhung im Detail: Bis zu zehn Euro pro Ticket
Die belgische Regierung plant, die Steuer auf Flugtickets anzuheben. Für Flüge mit einer Distanz von 500 bis 3500 Kilometern steigt der Steuersatz von fünf auf sieben Euro. Kurzstrecken unter 500 Kilometer – etwa nach London, Paris oder Frankfurt – werden künftig mit zehn Euro besteuert. „Wir hatten Premierminister (Bart) De Wever gewarnt, dass die Erhöhung der Luftverkehrssteuer in Belgien zu einem Rückgang des Verkehrs führen würde, aber er hat nicht zugehört“, kritisierte Ryanair.
Ryanair hatte bereits im Januar mit Konsequenzen gedroht
Bereits im Januar dieses Jahres hatte die Fluggesellschaft nach Bekanntwerden der Steuerpläne mit Gegenmaßnahmen gedroht. Damals war noch eine Erhöhung auf zehn Euro für Langstreckenflüge im Gespräch. Der nun gefundene Kompromiss von sieben Euro war am Samstag bekannt gegeben worden. Ryanair stationiert derzeit rund 20 Flugzeuge in Charleroi, einem ihrer wichtigsten Drehkreuze auf dem europäischen Festland.
Flughafen Charleroi bedauert Entscheidung und sucht Dialog
Der Flughafen Charleroi dankte der belgischen Regierung dafür, die von der Branche „geäußerten Bedenken berücksichtigt“ zu haben, und bedauerte die Entscheidung Ryanairs. Die Gespräche mit der Fluggesellschaft würden fortgesetzt, hieß es. Die Kürzungen bedeuten einen herben Rückschlag für den Flughafen, der stark von Ryanair abhängig ist.



