Einem jetzt veröffentlichten Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) zufolge wurde die Panne eines Lufthansa-Jets am Frankfurter Flughafen Anfang Juni womöglich durch einen fehlenden Verriegelungsstift für das Bugfahrwerk ausgelöst. Der Stift sei nach dem Vorfall in einer Aufbewahrungskiste gefunden worden. Zudem wurden deutlich mehr Verletzte registriert als bisher bekannt: 2 Menschen wurden schwer und 21 Menschen leicht verletzt. Lufthansa hatte kurz nach dem Vorfall lediglich von fünf Verletzten gesprochen.
Hergang des Vorfalls am 1. Juni
Anfang Juni war auf einer Parkposition unerwartet das Bugfahrwerk des Boeing 787 Dreamliner eingeklappt. Die Maschine mit der Flugnummer LH450 stand an der Einstiegsposition A15 vor Terminal 1 und sollte nach Los Angeles fliegen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich nur Mitarbeiter an Bord; die Fluggäste warteten noch auf das Boarding.
Nach Angaben der BFU gingen an dem Morgen 13 Besatzungsmitglieder an Bord, zudem waren bereits 13 Mitarbeiter der Bodenabfertigungsdienste im Flugzeug. Auf den Pilotensitzen saßen zwei Techniker. Diese waren gerade dabei, einen Test durchzuführen, um eine offene Beanstandung an der Steuerung der Hauptfahrwerkstüren zurückzustellen.
Test führte zum Einklappen des Bugfahrwerks
Im Verlauf dieses Tests sollte der Fahrwerkshebel auf die Position „UP“ gesetzt werden, hieß es in dem Zwischenbericht. Unmittelbar danach sei das Bugfahrwerk eingefahren und das Luftfahrzeug mit dem vorderen Rumpf auf dem Boden aufgeschlagen. „Die Cockpittür schlug nach dem Aufprall zu. Gleichzeitig fiel die Stromversorgung aus und die Beleuchtung im Flugzeug erlosch“, so die BFU.
Die Bundesstelle weist darauf hin, dass der Zwischenbericht keine Unfallursache nennt. Die Untersuchungen dauern noch an. Kurz nach dem Vorfall hatte es geheißen, dass der Abschlussbericht nach etwa einem Jahr zu erwarten sei. Nach Abschluss der Untersuchungen soll die Maschine repariert werden.



