Der Autobauer Ford hat klargestellt, dass die vorübergehende Stilllegung seiner Produktion in Rumänien auf die regulären Sommerferien zurückgeht und nicht auf die aktuelle Stromkrise des Landes. Ein Sprecher der Europa-Zentrale in Köln bezeichnete entsprechende Aussagen des rumänischen Ministerpräsidenten Ilie Bolojan als „Missverständnis“.
Bolojan hatte nach einem Krisentreffen mit großen Stromverbrauchern erklärt, dass Ford und andere Autobauer ihre Produktion in Rumänien wegen der Energiekrise unterbrechen würden. Weitere Unternehmen würden diesem Beispiel folgen, so der Ministerpräsident.
Klare Worte aus Köln
„Fakt ist jedoch, dass aufgrund der regulären und lange im Voraus geplanten Sommerferien vom 01. August bis zum 19. August derzeit keine Produktion stattfindet“, teilte die Ford-Europaniederlassung in Köln mit. Auch in den Ford-Werken in Deutschland gebe es regelmäßig Werksferien, hieß es weiter.
Die Produktionspause in Rumänien ist demnach seit langem geplant und Teil des normalen Betriebsablaufs. Sie steht in keinem Zusammenhang mit der angespannten Energielage in dem südosteuropäischen Land.
Stromkrise in Rumänien: Dürre und Hitze setzen Infrastruktur zu
Hintergrund der Verwirrung ist eine akute Stromkrise in Rumänien, die durch anhaltende Dürre und extreme Hitze ausgelöst wurde. Wegen des niedrigen Wasserstands der Donau musste im Kernkraftwerk Cernavoda einer der zwei Reaktoren heruntergefahren werden, da nicht genügend Kühlwasser zur Verfügung stand. Auch dem zweiten Reaktor droht die Abschaltung.
Zudem produzieren die Wasserkraftwerke des Landes wegen gesunkener Pegelstände aller Flüsse deutlich weniger Strom als üblich. Die Regierung hat deshalb Industrie, Kommunen und Bürger eindringlich zum Stromsparen aufgerufen.
Auswirkungen auf die Industrie
Die Stromkrise hat bereits erste Auswirkungen auf die rumänische Industrie. Mehrere Großverbraucher wurden zu Gesprächen mit der Regierung geladen, um über Maßnahmen zur Stabilisierung der Stromversorgung zu beraten. Bolojan hatte angedeutet, dass Unternehmen ihre Produktion zeitweise einschränken oder verlagern könnten.
Ford betont jedoch, dass der aktuelle Produktionsstopp in Rumänien nichts mit diesen Entwicklungen zu tun habe. Die Sommerferien seien seit langem geplant, und die Produktion werde planmäßig wieder aufgenommen.
Ford in Rumänien: Werk in Craiova
Ford betreibt in Rumänien ein Werk in Craiova, wo Modelle wie der Puma und der EcoSport gebaut werden. Das Werk beschäftigt mehrere tausend Mitarbeiter und ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region.
Die Unterbrechung der Produktion vom 1. bis 19. August ist Teil der üblichen Sommerpause, die in vielen Automobilwerken in Europa stattfindet. Sie dient dazu, Wartungsarbeiten durchzuführen und den Mitarbeitern eine Erholungsphase zu ermöglichen.
Blick auf die Energiewende
Die Stromkrise in Rumänien zeigt einmal mehr, wie anfällig Energieversorgungssysteme auf extreme Wetterbedingungen reagieren können. Experten fordern daher Investitionen in erneuerbare Energien und die Modernisierung der Netze.
Für Ford steht fest: Die Produktion in Rumänien wird nach den Sommerferien wie geplant wieder anlaufen. Die Missverständnisse um die Ursache der Pause seien ausgeräumt, so der Sprecher.



