Die Universität Bayreuth hat ein neues Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (KI) eröffnet. Ziel ist es, KI-Systeme sicherer und vertrauenswürdiger zu machen. Das Zentrum bündelt Kompetenzen aus Informatik, Recht und Ethik.
Was das Zentrum leisten soll
Das neue Zentrum mit dem Namen „KI-Zentrum Bayreuth“ soll grundlegende Fragen zur Sicherheit und Zuverlässigkeit von KI-Systemen erforschen. Es geht darum, wie man KI so gestalten kann, dass sie nicht nur leistungsfähig, sondern auch ethisch vertretbar und rechtlich konform ist. Die Forscherinnen und Forscher wollen Methoden entwickeln, um KI-Systeme zu überprüfen und zu zertifizieren.
„Wir wollen die KI nicht nur verstehen, sondern auch gestalten“, sagt Professor Dr. Matthias Grabmair, einer der Leiter des Zentrums. „Es geht darum, Vertrauen in KI-Systeme zu schaffen.“ Das Zentrum ist interdisziplinär aufgestellt: Informatiker arbeiten mit Juristen und Ethikern zusammen.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Universität Bayreuth hat für das Zentrum eine neue Professur für Künstliche Intelligenz und Recht eingerichtet. Diese soll die rechtlichen Rahmenbedingungen für KI erforschen. Zudem gibt es eine Professur für Ethik der KI. Die Wissenschaftler wollen gemeinsam Standards für vertrauenswürdige KI entwickeln.
Ein Schwerpunkt liegt auf der sogenannten Erklärbarkeit von KI. Viele KI-Systeme, insbesondere solche, die auf Deep Learning basieren, arbeiten wie eine Blackbox: Man sieht die Eingabe und die Ausgabe, aber nicht, wie die Entscheidung zustande kommt. Das neue Zentrum will diese Blackbox öffnen.
Konkrete Anwendungsfelder
Die Forschung soll nicht nur theoretisch bleiben. Das Zentrum plant, mit Unternehmen und Behörden zusammenzuarbeiten. Anwendungsfelder sind zum Beispiel die Medizin, die Automobilindustrie und die Finanzbranche. In der Medizin könnten KI-Systeme bei der Diagnose helfen, aber sie müssen nachvollziehbar sein. Im Auto müssen KI-Systeme Entscheidungen in Millisekunden treffen – auch hier ist Vertrauen entscheidend.
Bereits jetzt arbeiten mehrere Forschungsgruppen an konkreten Projekten. So wird eine KI entwickelt, die medizinische Bilder auswertet und dabei erklärt, warum sie eine bestimmte Diagnose stellt. Ein anderes Projekt befasst sich mit der Frage, wie KI-Systeme gegen Manipulation geschützt werden können.
Bedeutung für die Region
Das neue Zentrum ist auch wirtschaftlich wichtig für die Region Oberfranken. Die Universität Bayreuth erhofft sich, dass durch das Zentrum neue Unternehmen entstehen und bestehende Firmen angezogen werden. „Wir wollen ein Leuchtturm für KI-Forschung in Bayern sein“, sagt Universitätspräsident Professor Dr. Stefan Leible.
Die Universität investiert mehrere Millionen Euro in das Zentrum. Dazu kommen Fördermittel vom Freistaat Bayern. Das Zentrum ist Teil der bayerischen KI-Strategie, die darauf abzielt, Bayern als führenden Standort für KI-Forschung zu etablieren.
Die Eröffnung des Zentrums fand im Rahmen einer Festveranstaltung statt, an der auch Vertreter aus Politik und Wirtschaft teilnahmen. Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume betonte in seiner Rede die Bedeutung der KI-Forschung für den Freistaat. „Bayern ist Vorreiter bei der Künstlichen Intelligenz“, sagte er.
Forschung mit Verantwortung
Die Forscherinnen und Forscher in Bayreuth sind sich der Verantwortung bewusst, die mit der Entwicklung von KI verbunden ist. „KI kann viel Gutes tun, aber sie kann auch Schaden anrichten, wenn sie falsch eingesetzt wird“, sagt Professor Grabmair. „Deshalb ist es wichtig, dass wir uns schon jetzt mit den ethischen und rechtlichen Fragen beschäftigen.“
Das Zentrum will auch den Dialog mit der Öffentlichkeit suchen. Geplant sind Vorträge und Diskussionsveranstaltungen, um über Chancen und Risiken von KI aufzuklären. Die Universität Bayreuth sieht sich als Ort, an dem die Zukunft der KI mitgestaltet wird.



