Bei zwei separaten Unfällen mit Einsatzfahrzeugen in München sind am Donnerstag mehrere Menschen verletzt worden. Zunächst kollidierte ein Polizeiauto mit einem Pkw, später erfasste ein Rettungswagen einen Radfahrer. Die Polizei bezifferte die Zahl der Verletzten auf insgesamt vier Personen, darunter ein Polizist und der Radfahrer.
Erster Unfall: Polizeiauto kollidiert mit Pkw
Gegen 10:30 Uhr war eine Streifenwagenbesatzung mit Blaulicht und Martinshorn auf einer Einsatzfahrt im Stadtteil Neuhausen. An einer Kreuzung missachtete ein 34-jähriger Autofahrer offenbar das Rotlicht und stieß seitlich mit dem Polizeifahrzeug zusammen. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Streifenwagen gegen einen Ampelmast geschleudert.
Der 34-jährige Fahrer des Pkw sowie sein 29-jähriger Beifahrer erlitten leichte Verletzungen und wurden vom Rettungsdienst in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der 41-jährige Polizeibeamte am Steuer des Streifenwagens zog sich Prellungen zu und wurde ebenfalls ambulant behandelt. Sein Kollege blieb unverletzt. Der Sachschaden wird auf rund 25.000 Euro geschätzt. Die Kreuzung war für etwa eine Stunde gesperrt, der Verkehr wurde umgeleitet.
Zweiter Unfall: Rettungswagen erfasst Radfahrer
Nur wenige Stunden später, gegen 14:45 Uhr, ereignete sich ein weiterer Vorfall. Ein Rettungswagen war mit Sondersignal auf dem Weg zu einem Notfall im Stadtteil Schwabing. Als er eine Straße überquerte, übersah er offenbar einen 58-jährigen Radfahrer, der bei Grün die Kreuzung passierte. Der Rettungswagen erfasste den Radfahrer, der zu Boden stürzte und sich dabei eine schwere Beinfraktur zuzog.
Der Radfahrer wurde notärztlich versorgt und in eine Klinik gebracht. Der Fahrer des Rettungswagens erlitt einen Schock und wurde ebenfalls behandelt. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Zeugen werden gebeten, sich zu melden. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 8.000 Euro beziffert.
Bilanz und Reaktionen
Insgesamt wurden bei beiden Unfällen vier Personen verletzt, eine davon schwer. Die Polizei betonte, dass Einsatzfahrten mit Sonderrechten immer auch ein Risiko für andere Verkehrsteilnehmer darstellten. „Wir appellieren an alle Verkehrsteilnehmer, auf Einsatzfahrzeuge zu achten und freie Bahn zu schaffen“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München. „Gleichzeitig müssen unsere Kollegen bei der Anfahrt höchste Vorsicht walten lassen.“
Die Unfälle haben in München erneut eine Debatte über die Sicherheit im Straßenverkehr ausgelöst. Nach Angaben der Polizei gab es im vergangenen Jahr rund 300 Unfälle mit Beteiligung von Einsatzfahrzeugen in der bayerischen Landeshauptstadt. Die meisten davon ereigneten sich bei Kreuzungen und Einmündungen.
Hintergrund: Sonderrechte und Pflichten
Einsatzfahrzeuge dürfen bei Sonderfahrten rote Ampeln überfahren und Geschwindigkeitsbegrenzungen ignorieren. Allerdings gilt dies nur, wenn sie Blaulicht und Martinshorn eingeschaltet haben. Dennoch müssen sie die Verkehrssicherheit stets im Blick behalten. Die Polizei weist darauf hin, dass bei Unfällen mit Einsatzfahrzeugen oft beide Seiten eine Mitschuld tragen können – etwa wenn Autofahrer nicht rechtzeitig Platz machen oder Einsatzfahrer die Geschwindigkeit nicht anpassen.
Die Ermittlungen zu den beiden Unfällen dauern an. Die Polizei sucht in beiden Fällen Zeugen, die den Hergang beobachten konnten. Hinweise werden unter der Telefonnummer 089/1234-0 entgegengenommen.



