Der aktuelle TÜV-Report offenbart: Die beiden Generationen des BMW X3 sowie des Coupés X4 sind insgesamt solide Premium-SUVs, doch insbesondere der ältere F25/F26 hat mit maroden Lenkgelenken zu kämpfen, die bei der Hauptuntersuchung (HU) oft durchfallen. Käufer sollten genau hinschauen.
BMW X3/X4 (G01/G02): Die Generation ab 2017
Die Baureihe G01 (X3) und G02 (X4) wurde von 2017 bis 2024 produziert. Die Motorenpalette reicht von 150 PS (18d) bis 510 PS (M Competition). Gebrauchtpreise starten bei rund 23.000 Euro. Das Fahrzeug basiert auf der Plattform des BMW 5ers und ist deutlich gewachsen, was viel Innenraum bietet – besonders im Fond. Der Kofferraum fasst 550 bis 1600 Liter, im X4 sind es 525 bis 1430 Liter. Beim Plug-in-Hybrid xDrive30e schrumpft das Volumen auf 450 Liter.
Das Fahrzeug vereint Dynamik, Komfort und hochwertige Verarbeitung. Der X4 ist straffer abgestimmt, was auf schlechten Straßen das Fahrvergnügen mindert. Die Antriebspalette umfasst Benziner, Diesel, den Plug-in-Hybrid xDrive30e und seit 2021 den elektrischen iX3. Ein Facelift mit markanterer Front erfolgte 2021.
Ärgerlich: Elektronikmacken beim xDrive30e. Rückrufe gab es wegen Brandgefahr (AGR-Kühler), falscher Verschraubungen am Heckspoiler, fehlerhafter Bremssattelbefestigungen, Bruchgefahr an Spurstangen, mangelhafter Ausgleichswellen, defekter Airbag-Gasgeneratoren und loser Zurrschienen im Gepäckraum.
BMW X3/X4 (F25/F26): Die Generation ab 2010
Die Baureihe F25 (X3) und F26 (X4) wurde von 2010 bis 2017 produziert. Die Motoren leisten 143 PS (18d) bis 313 PS (35d). Gebrauchtpreise starten bei 8800 Euro. Gegenüber dem Vorgänger ist das Modell länger und geräumiger. Das manuelle Getriebe hat sechs Gänge; die Achtstufenautomatik von ZF ist serienmäßig bei stärkeren Motoren. Erstmals gab es Einstelldämpfer (Aufpreis). Das Facelift 2014 brachte frischere Optik und optionale LED-Scheinwerfer. Das SUV-Coupé X4 (F26) hat ein strafferes Fahrwerk.
Das Fahrwerk bietet ordentlichen Federungskomfort, die iDrive-Bedienung setzt Maßstäbe. Kurzstrecken bekommen Dieseln nicht gut – Kaufinteressenten sollten Langstreckenautos bevorzugen.
Mängel: Probleme an den Spurstangenköpfen der Lenkung; Rost an Heckklappe und Türscheiben älterer Baujahre. Defekte Steuerketten im Zweiliter-Diesel bis 2012. Der ADAC meldet vermehrte Turboladerschäden der Baujahre 2010/2011. Rückrufe betrafen plötzlich ausfallende Bremskraftunterstützung, Airbags, bruchgefährdete Befestigungsschrauben an der variablen Ventilsteuerung und Undichtigkeiten am AGR-Kühler (Brandgefahr).
Fazit: BMW hat aus Fehlern gelernt
BMW hat die Schwächen der Vergangenheit behoben und ein solides SUV entwickelt. Der G01 macht einen musterschülerhaften Eindruck, wird aber durch vereinzelt auftretenden Ölverlust getrübt. Sein Vorgänger F25/F26 fällt durch marode Federn und Dämpfer sowie verschlissene Lenkgelenke negativ auf. Preislich spielt das Premium-SUV in der Oberklasse: Der G01 kostet gebraucht ab 23.000 Euro, der F25/F26 ab 8800 Euro.



