Gefälschte Kilometerstände beim Gebrauchtwagenkauf: ADAC warnt vor Betrug
Der Kauf eines Gebrauchtwagens ist eine Vertrauenssache – doch dieses Vertrauen wird oft erschüttert durch manipulierte Tachostände. Laut dem ADAC Hessen-Thüringen könnte bis zu ein Drittel aller Gebrauchtwagen von solchen Fälschungen betroffen sein. Diese illegale Praxis führt im Durchschnitt zu einer unrechtmäßigen Wertsteigerung von etwa 3.000 Euro pro Fahrzeug.
Die erschreckende Realität der Tachomanipulation
Obwohl Tachomanipulation gesetzlich verboten ist und mit Strafen belegt werden kann, bleibt der Nachweis in der Praxis schwierig. Der ADAC weist darauf hin, dass die Manipulation heutzutage „viel zu einfach“ geworden ist. Mit handlichen Geräten und spezieller Software lassen sich viele Fahrzeuge binnen Sekunden auf einen gewünschten Kilometerstand bringen. Für Käufer bedeutet dies eine enorme Herausforderung, doch es gibt Warnzeichen, die auf möglichen Betrug hindeuten können.
Konkrete Indizien für gefälschte Kilometerstände
Maike Willeitner vom ADAC Hessen-Thüringen empfiehlt, genau auf folgende Punkte zu achten:
- Unstimmigkeiten in Dokumenten: Reparatur-Rechnungen, AU- und HU-Berichte sowie Ölwechsel-Aufkleber sollten fortlaufende Kilometerstände aufweisen. Besonders niedrige Fahrleistungen in bestimmten Zeitabschnitten oder Lücken in den Unterlagen sind alarmierende Signale.
- Der Zustand des Fahrzeugs: Passt der Verschleiß an Sitzen, Lenkrad oder Schalthebel zur angezeigten Laufleistung? Allerdings ist Vorsicht geboten: Ein Auto mit vielen Kurzstreckenfahrten kann trotz niedrigem Kilometerstand stark abgenutzt sein, während Langstreckenfahrzeuge oft weniger Spuren zeigen.
- Gezielte Nachfragen: Beim Kauf sollte man nicht auf vage Formulierungen wie „Kilometerstand abgelesen“ vertrauen, sondern auf die Angabe der „tatsächlichen Laufleistung“ bestehen.
Praktische Maßnahmen zum Schutz vor Betrug
Der ADAC rät zu weiteren Schritten, um das Risiko einer Täuschung zu minimieren:
- Kontakt zum Vorbesitzer: Bei Käufen über Gebrauchtwagenhändler kann man – mit Zustimmung des Vorbesitzers – nach dem letzten bekannten Kilometerstand fragen. Dieser direkte Austausch kann wertvolle Hinweise liefern.
- Werkstattbesuch: Lassen Sie in einer Fachwerkstatt den Fehler- und Wartungsintervall-Speicher auslesen. Die dort protokollierten Kilometerstände dürfen nicht höher sein als der im Tacho angezeigte Gesamtkilometerstand.
- Dokumentenprüfung: Nehmen Sie sich Zeit, um alle vorhandenen Papiere sorgfältig zu überprüfen. Jede Diskrepanz sollte Anlass für weitere Nachforschungen sein.
Die Polizeischätzungen, auf die der ADAC verweist, unterstreichen die Dringlichkeit dieses Themas. In einer Zeit, in der technische Manipulationen immer simpler werden, ist Wachsamkeit beim Gebrauchtwagenkauf unerlässlich. Indem Käufer diese Ratschläge beherzigen, können sie sich besser vor finanziellen Verlusten und enttäuschenden Kaufentscheidungen schützen.



