Geheimer China-Plan: Rettet VWs Hightech-Zentrum in Hefei deutsche Jobs?
Geheimer China-Plan: Rettet VWs Hightech-Zentrum deutsche Jobs?

In Wolfsburg läuft eine der heikelsten Weichenstellungen der VW-Geschichte: Soll die Technik für Herz und Hirn der künftigen Elektroautos aus China kommen – oder aus den teuren Entwicklungszentren in Deutschland und den USA? Es geht um Milliardenkosten, um Software, Plattformen, autonomes Fahren und am Ende auch um Jobs in deutschen Werken.

VW setzt auf Hightech aus Hefei

BILD war im neuen Hightech-Zentrum von VW in Hefei und im Testauto in Shanghai, das fast eine Stunde autonom durch den Stadtverkehr fuhr. Die Frage ist: Wie stark ist die Chinatechnik wirklich, wie groß wäre der Kostenvorteil und was bedeutet das für Modelle wie einen möglichen Elektro-Touareg?

Laut VW-Angaben könnte die Nutzung der chinesischen Technologie die Entwicklungskosten für neue Elektroauto-Plattformen um bis zu 30 Prozent senken. Dies wäre ein entscheidender Faktor im globalen Wettbewerb, insbesondere gegen Tesla und chinesische Hersteller wie BYD.

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Autonomes Fahren auf China-Niveau

Der Test in Shanghai demonstrierte die Leistungsfähigkeit des Systems: Das Fahrzeug meisterte komplexe Verkehrssituationen, darunter Kreisverkehre und unmarkierte Kreuzungen, ohne menschlichen Eingriff. „Die Technologie ist auf einem Niveau, das wir in Europa so nicht haben“, sagte ein VW-Ingenieur vor Ort.

Die Entscheidung über die künftige Technologiestrategie könnte bereits in den nächsten Monaten fallen. VW-Chef Oliver Blume hatte zuletzt betont, dass man „alle Optionen“ prüfe, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Auswirkungen auf deutsche Standorte

Für die deutschen VW-Werke könnte die Verlagerung der Technologieentwicklung nach China erhebliche Konsequenzen haben. Experten befürchten den Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen in der Forschung und Entwicklung. Der Betriebsrat hat bereits Widerstand angekündigt. „Wir werden nicht zulassen, dass die Zukunft von VW in China entschieden wird, während die Belegschaft in Wolfsburg die Zeche zahlt“, so ein Sprecher des Gesamtbetriebsrats.

Ein möglicher Elektro-Touareg, der auf der neuen Plattform basieren könnte, wäre ein Symbol für diesen Wandel. Bislang wurden SUVs dieser Klasse vor allem in der Slowakei und in Deutschland produziert.

Milliardenchance oder Risiko?

Die Kostenvorteile sind verlockend: Neben den geringeren Entwicklungskosten locken auch niedrigere Produktionskosten in China und der direkte Zugang zum größten Automarkt der Welt. Allerdings birgt die Abhängigkeit von chinesischer Technologie auch Risiken, etwa bei geistigem Eigentum und geopolitischen Spannungen.

BILD wird die Entwicklung weiter verfolgen und exklusiv über die Entscheidung berichten.

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