GM bleibt 20 weitere Jahre in China – Exporte geplant
GM bleibt 20 Jahre in China – Exporte geplant

Der US-Autobauer General Motors (GM) bleibt nach einer umfangreichen Restrukturierung mindestens 20 weitere Jahre in China. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, das Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Hersteller SAIC sei entsprechend verlängert worden. Damit sichert sich GM langfristig den Zugang zum größten Automarkt der Welt und baut China zugleich zu einem Exportzentrum für seine Marken Buick und Cadillac aus.

Gemeinsame Entwicklung für den lokalen Geschmack

Die beiden Unternehmen hätten sich darauf geeinigt, verstärkt Fahrzeuge in China zu entwickeln, um so besser auf den Geschmack der Kunden eingehen zu können. Dies ist ein strategischer Schwenk: Statt wie bisher Modelle aus den USA oder Europa zu adaptieren, sollen künftig lokal entwickelte Fahrzeuge den Markt bedienen. Das Joint Venture hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 mindestens 30 neue Modelle der Marke Buick auf den Markt zu bringen.

Zudem nutzt GM die Werke in China für Exporte von Fahrzeugen der Marken Buick und Cadillac in den Nahen Osten, nach Südamerika, Mexiko und in asiatische Staaten. Exporte in die USA sind nicht geplant. Diese Exportstrategie soll die Auslastung der chinesischen Werke verbessern und zusätzliche Skaleneffekte heben.

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Electra E7 als erstes Premium-Exportmodell

Als erstes Premiummodell soll das SUV Electra E7 von China aus exportiert werden. Das SAIC-GM-Gemeinschaftsunternehmen hatte die Marke Buick Electra im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht, um auf dem rasch wachsenden Markt für Elektro- und Hybridautos Boden gutzumachen. Der Erfolg gibt ihnen recht: Im ersten Monat nach Markteinführung wurden mehr als 10.000 Fahrzeuge des Electra E7 verkauft.

Der Electra E7 ist damit ein wichtiger Baustein für die Zukunft des Joint Ventures. Er zeigt, dass GM in der Lage ist, wettbewerbsfähige Elektrofahrzeuge für den chinesischen Markt zu entwickeln und nun auch international zu vermarkten. Die Exporte sollen schrittweise ausgeweitet werden, wobei weitere Modelle folgen sollen.

Vom Boom zur Krise: GMs schwierige Jahre in China

GM ist seit 1997 in China vertreten und gehörte jahrelang zu den absatzstärksten Autobauern. Jährlich spülte das Geschäft rund zwei Milliarden Dollar in die Kassen von GM. Doch diese Zeiten sind vorbei. Anfang des Jahrzehnts rutschte GM in China in die roten Zahlen. 2025 lag der Absatz bei lediglich 1,9 Millionen Fahrzeugen – das sind 51 Prozent weniger als 2016.

Um das Geschäft zu stabilisieren, schloss GM ab 2024 mehrere Werke und nahm einige Modelle vom Markt. Die Restrukturierung war schmerzhaft, aber offenbar notwendig, um die Wende zu schaffen. Mit der Verlängerung des Joint Ventures und der neuen Exportstrategie will GM nun wieder profitabel wachsen.

Ausblick: China als globales Exportzentrum

Die Entscheidung, China als Exportbasis zu nutzen, ist bemerkenswert. Bislang diente China vor allem als Produktionsstandort für den lokalen Markt. Nun wird das Land zu einem Drehkreuz für GM-Exporte in andere Regionen. Dies zeigt das wachsende Vertrauen in die Qualität der in China gefertigten Fahrzeuge und die Kostenvorteile der dortigen Produktion.

Für den deutschen Automarkt hat diese Entwicklung ebenfalls Bedeutung: Deutsche Premiumhersteller sehen sich in China zunehmendem Wettbewerb durch lokale Anbieter und international agierende Konzerne wie GM gegenüber. Der Schritt von GM könnte den Druck auf die deutschen Hersteller weiter erhöhen, ihre eigenen Elektrostrategien zu beschleunigen.

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