Südkorea: Haftstrafe für Sternekoch wegen Ameisen-Dessert gefordert
Haftstrafe für Sternekoch wegen Ameisen-Dessert gefordert

In Südkorea droht dem Betreiber eines mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurants eine Haftstrafe, weil er über Jahre hinweg Ameisen als Topping für ein Dessert serviert haben soll. Die Staatsanwaltschaft forderte bei einem Gerichtstermin am Montag eine einjährige Haftstrafe sowie eine Geldstrafe von umgerechnet etwas mehr als 10.000 Euro. Das berichten die britische BBC sowie die südkoreanischen Medien „Korea Herald“ und „Chosun Daily“.

Vorwurf: Verwendung nicht zugelassener Insekten

Der Vorwurf lautet, dass seit 2021 insgesamt etwa 49.000 Ameisen als Topping für ein Sorbet verwendet wurden. In Südkorea sind Ameisen anders als etwa Heuschrecken nicht in der Liste der zehn Insektenarten enthalten, die per Gesetz als Lebensmittel zugelassen sind. Die Staatsanwaltschaft sieht darin einen Verstoß gegen das Lebensmittelrecht.

Laut BBC sollen die Behörden durch Social-Media-Fotos von Gästen auf die mutmaßlich verbotene Speise aufmerksam geworden sein. Die Identität des Kochs und Restaurantbetreibers wird in den Gerichtsunterlagen nicht genannt. Insgesamt gibt es laut Guide Michelin zehn Restaurants mit zwei Sternen in Südkorea, alle in der Hauptstadt Seoul.

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Verteidigung: Ameisen als kleines Element eines 15-Gänge-Menüs

Zur Verteidigung erklärte der Betreiber des Restaurants, dass die Ameisen nur ein kleines Element des insgesamt 15 Gänge umfassenden Menüs gewesen seien. Jeder Gast habe das Topping des beanstandeten Desserts wählen können. Lediglich in 60 Prozent der Fälle seien die Ameisen gewählt worden, statt Alternativen wie fermentierter Essig oder essbare Blumen. Zudem wies der Betreiber darauf hin, dass Ameisen in Restaurants in Australien, Dänemark und Großbritannien auf der Speisekarte stünden.

Um welche Ameisenart es sich handelt, ist unklar. „Chosun Daily“ berichtet jedoch, dass die Ameisen „bis zu 55 Mal mehr Schwermetalle enthalten sollen als typische essbare Insekten“. Laut „Korea Herald“ wurden die Ameisen aus den Vereinigten Staaten und Thailand importiert.

Urteil am 2. September erwartet

Ein Urteil wird am 2. September erwartet. Der Fall hat in Südkorea und international für Aufsehen gesorgt, da er die rechtlichen Grauzonen bei der Verwendung von Insekten in der Spitzengastronomie aufzeigt. Während Heuschrecken, Raupen und Mehlwürmer in vielen Ländern als nachhaltige Proteinquelle gelten, ist die Rechtslage in Südkorea strenger.

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