Absatzrückgang bei Mercedes-Benz im zweiten Quartal
Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal 2025 einen erneuten Absatzrückgang verzeichnet. Wie der Stuttgarter Autobauer mitteilte, wurden weltweit 511.900 Pkw und Vans ausgeliefert – ein Minus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Hauptgrund ist das schwache China-Geschäft, wo die Verkäufe um 30 Prozent einbrachen. Außerhalb Chinas stieg der Gesamtabsatz hingegen um drei Prozent.
Pkw-Absatz sinkt, E-Autos legen deutlich zu
Der Pkw-Absatz ging um acht Prozent auf 417.800 Fahrzeuge zurück. Neben dem China-Einbruch führt das Unternehmen den Rückgang auf intensiven Wettbewerb, eine zurückhaltende Verbraucherstimmung und die schrittweise Einführung neuer Modelle zurück. „Die Herausforderungen haben sich im zweiten Quartal verstärkt, insbesondere bei Verbrennern“, hieß es. In wichtigen westlichen Märkten verzeichnete Mercedes hingegen Wachstum: Nordamerika legte um 13 Prozent zu, Europa um vier Prozent.
Die Nachfrage nach vollelektrischen Fahrzeugen (BEV) zog dagegen stark an. Im zweiten Quartal wurden 52.900 E-Autos verkauft – ein Plus von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In Europa stieg der E-Auto-Absatz sogar um 87 Prozent. Damit war in diesem Zeitraum rund jeder achte verkaufte Pkw von Mercedes ein E-Auto. Vertriebsvorstand Mathias Geisen erklärte: „Unsere größte Modelloffensive gewinnt weiter an Dynamik. Die Nachfrage nach den neuen Elektro-Modellen ist außerordentlich stark.“
Van-Sparte mit leichtem Plus
Die Van-Sparte verzeichnete ein Absatzplus von einem Prozent auf 94.100 Fahrzeuge. Auch hier zog der Absatz von E-Vans deutlich zweistellig an, wenngleich sie bislang nur gut ein Zehntel des gesamten Absatzes der Sparte ausmachen.
Langfristiger Trend: Pkw-Verkäufe rückläufig
Die Pkw-Verkäufe von Mercedes sind seit längerem rückläufig. 2023 stagnierten sie, 2024 betrug das Minus drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im vergangenen Jahr verkaufte Mercedes etwas mehr als 1,8 Millionen Pkw – ein Rückgang von neun Prozent gegenüber 2024. Mittelfristig soll die Pkw-Sparte wieder einen Absatz von rund zwei Millionen Fahrzeugen erzielen. Wann genau dieses Ziel erreicht werden soll, ließ das Unternehmen zuletzt offen. Es sei jedenfalls nicht 2027 zu erwarten, aber vor dem Ende des Jahrzehnts.
Sparprogramm und verschärfter Sparkurs
Die Geschäftszahlen für das zweite Quartal, etwa Umsatz und Gewinn, will Mercedes Ende Juli veröffentlichen. Im ersten Quartal 2025 sank das Konzernergebnis um 17,2 Prozent. 2025 war der Gewinn um knapp die Hälfte von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen, nachdem es schon 2024 holprig gelaufen war. Zölle, negative Wechselkurseffekte und der intensive Wettbewerb in China hätten die Ergebnisse belastet, hieß es.
Mercedes hatte darauf reagiert und vor etwas mehr als einem Jahr ein Sparprogramm aufgelegt. Ende Juni verschärfte der Konzern seinen Sparkurs und verschob als Sofortmaßnahme eine tarifliche Sonderzahlung auf das kommende Jahr. „Der direkteste und in unseren Augen fairste Weg: Wir sollten in allen Bereichen für das gleiche Geld mehr arbeiten“, teilte der Vorstand den Beschäftigten in Deutschland mit. In der Folge protestierten bundesweit Zehntausende Beschäftigte gegen den Sparkurs.



