Mercedes-Benz verkauft Autohäuser in Berlin an kanadische Firma
Mercedes-Benz verkauft Berliner Autohäuser an Kanadier

Mercedes-Benz verkauft seine Autohäuser in Berlin an einen kanadischen Investor. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, sind von dem Eigentümerwechsel rund 1100 Mitarbeiter betroffen. Die Transaktion umfasst mehrere Standorte in der Hauptstadt, darunter das Mercedes-Benz-Haus am Salzufer sowie Niederlassungen in Lichtenberg und Marienfelde.

Hintergrund des Verkaufs

Der Autobauer begründet den Schritt mit einer strategischen Neuausrichtung. Man wolle sich künftig stärker auf das Kerngeschäft der Fahrzeugentwicklung und -produktion konzentrieren, erklärte ein Sprecher. Der Verkauf der Berliner Autohäuser sei Teil einer umfassenden Umstrukturierung des Vertriebsnetzes. Bereits in anderen deutschen Städten habe Mercedes-Benz ähnliche Schritte vollzogen.

Der kanadische Käufer ist ein auf Autohäuser spezialisierter Investor, der bereits mehrere Standorte in Europa betreibt. Die genauen finanziellen Details des Deals wurden nicht bekannt gegeben. Die Übernahme soll voraussichtlich im zweiten Quartal 2025 abgeschlossen sein, vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden.

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Auswirkungen auf die Mitarbeiter

Für die 1100 Beschäftigten der betroffenen Standorte ändert sich zunächst wenig. „Die Arbeitsplätze bleiben erhalten, die Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen werden übernommen“, versicherte ein Mercedes-Sprecher. Der Betriebsrat zeigte sich jedoch besorgt: „Wir werden die Entwicklung genau beobachten und sicherstellen, dass die Rechte der Mitarbeiter gewahrt bleiben“, sagte Betriebsratschef Michael Schmidt.

Die IG Metall kritisierte den Verkauf grundsätzlich. „Mercedes-Benz gibt erneut Verantwortung ab und setzt auf kurzfristige Gewinnmaximierung“, erklärte Bezirksleiterin Birgit Dietze. „Das ist ein schlechtes Signal für die Beschäftigten und den Standort Berlin.“

Zukunft der Standorte

Der kanadische Investor plant, die Autohäuser unter der Marke Mercedes-Benz weiterzuführen. Langfristig seien Modernisierungen und der Ausbau des Serviceangebots vorgesehen. Ob auch der Verkauf von Gebrauchtwagen anderer Marken ausgeweitet wird, ließ der Investor offen.

Mercedes-Benz hatte bereits 2023 angekündigt, sein Händlernetz zu verschlanken. Weltweit sollen bis 2025 rund 20 Prozent der eigenen Niederlassungen verkauft oder geschlossen werden. In Deutschland sind nach Angaben des Unternehmens noch etwa 30 eigene Autohäuser in Betrieb.

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