George Russell (28) reist mit 25 Punkten Rückstand auf seinen Mercedes-Teamkollegen Kimi Antonelli (19) zum Grand Prix von Belgien nach Spa. Der Brite hat den Abstand zum WM-Führenden zwar zuletzt verkürzt, war aber meist der langsamere der beiden Silberpfeile. Vor dem Rennwochenende sprach er über die Gründe – und zog einen ziemlich schrägen Vergleich.
Der ungewöhnliche Mona-Lisa-Vergleich
Warum tut sich Russell so schwer? Seine Erklärung: „Es ist, als ob dich jemand bitten würde, die Mona Lisa zu zeichnen, und du hast die Mona Lisa unmittelbar neben dir. Glaubst du, du könntest das sofort hinbekommen? Vielleicht schaffst du es mit Übung.“ Das bedeutet: Als erfahrener Formel-1-Pilot benötigt er Zeit, um sich an das neue Reglement zu gewöhnen. „Mit dieser neuen Antriebseinheit, diesen neuen Reifen und veränderten Autos muss ich auf eine Art fahren, wie ich es in meiner gesamten Karriere noch nicht getan habe.“
Antonelli hat es leichter
Teamkollege Antonelli hat es in dieser Hinsicht leichter. Der Italiener war vor der neuen Ära erst eine Saison in der Königsklasse unterwegs. Russell dagegen schleppt alte Gewohnheiten mit: „Wenn ich meine Herangehensweise anpassen muss – wie mache ich das, und wie mache ich das am besten und bin immer noch schnell? Denn wenn ich früher Bestleistung gebracht habe, habe ich unterbewusst agiert und nicht mal übers Fahren nachgedacht. Heute muss ich darüber nachdenken, wie ich diese neuen Techniken unterbewusst umsetze, und das ist eine große Herausforderung.“
25 Punkte Rückstand – fünf zu zwei Siegen
25 Punkte trennen die beiden Mercedes-Piloten. Und: Antonelli hat fünf Siege eingefahren, Russell dagegen nur zwei. Das schmeckt dem Briten gar nicht. In Spa will der 28-Jährige am Sonntag (15 Uhr, Sky/RTL) weiter aufholen – und er weiß, woran er schrauben muss. „Ich weiß genau, warum ich nicht gewinne oder nicht auf der Pole stehe. Es ist anhand der Daten klar, was ich tun muss, um mich zu verbessern. Es ist also nicht so, dass ich plötzlich vergessen habe, wie man einen Rennwagen fährt oder ich mich am nächsten Tag wieder daran erinnere.“ In Belgien kann er es beweisen!



