Gebrauchter Opel Insignia: Das sind die Schwachstellen beim TÜV
Groß, komfortabel, repräsentativ – der Opel Insignia sollte die Marke in die Oberklasse führen. Bei der Hauptuntersuchung (HU) offenbaren sich jedoch seine Schwächen: Vor allem Ölverluste trüben die TÜV-Bilanz.
Opel Insignia B (2017–2022)
Viel Platz, hoher Komfort und ein souveräner Auftritt sprechen für den Opel Insignia. Im TÜV-Report hinterlässt er jedoch einen suboptimalen Eindruck: Überdurchschnittlich viele Fahrzeuge werden mit Mängeln beanstandet. Zwar hat Opel bei der zweiten Generation nachgebessert, doch auch der Insignia B bleibt in der HU kein Selbstläufer. Vor dem Kauf lohnt deshalb ein genauer Blick auf Wartungshistorie, Zustand und Kilometerstand.
Bauzeit: 2017 bis 2022
Motoren: 110 PS (1.6 Turbo D) bis 260 PS (2.0 Turbo 4x4)
Preis: ab 11.000 Euro
Mit 4,89 Metern ist der Insignia B richtig lang, dank zehn Zentimetern mehr Radstand geräumiger und dazu 200 Kilo leichter als sein Vorgänger. Es gibt drei Varianten: Fließheck (Grand Sport), Kombi (Sports Tourer) und den leicht höhergelegten Country Tourer (bis 2019). Alle basieren auf GM-Technik. Mit diversen Assistenzsystemen und dem hervorragenden Matrix-LED-Licht (gegen Aufpreis) gönnt Opel dem Insignia frische Technik. Je sieben Benziner (140 bis 260 PS) und Diesel (110 bis 210 PS) standen in den Preislisten.
Entspanntes Reisen ermöglichen die bequemen AGR-Sitze („Aktion Gesunder Rücken“), die damals als die modernsten am Markt galten. Das Fließheck ärgert jedoch mit schlechter Rundumsicht, der Kombi lädt mit 560 bis 1665 Litern Gepäck weniger, als man es von Opel einst gewohnt war.
Das macht Ärger: Knisternde Armaturenträger, schlecht eingepasste Türen und Frontscheiben. Die insgesamt acht Rückrufe betrafen unter anderem fehlerhafte Spritleitungen und Vordersitze, Turbolader-Öllecks und Ausfälle des Bremskraftausgleichs.
Opel Insignia A (2008–2017)
Der Insignia A bietet einen modernen und imposanten Auftritt, zu haben mit Stufen-, Fließ- oder Kombiheck. Der Kombi bot mit maximal 1530 Litern Gepäckraum nicht mehr Volumen als der Vorgänger Vectra. Im Angebot waren elf Diesel (110 bis 195 PS). Es gab Allrad und starke V6-Benziner mit bis zu 325 PS. Eine Empfehlung ist der sparsame 1.6 CDTI Ecoflex (136 PS); muss es ein Benziner sein, wird zum 140-PS-Ecoflex mit 1,8 Liter Hubraum geraten.
Das kann er: Sattes Fahrgefühl und gute Sitze sowie komfortable Federung auf der Langstrecke verwöhnen. Schon damals war mit modernem Licht, einer Verkehrszeichenerkennung und einem Spurhalteassistenten viel Sicherheit serienmäßig an Bord.
Das macht Ärger: Geräusche des Schaltgetriebes und defekte Sitzheizungen; der ADAC musste häufig wegen leerer Starterbatterien und defekter Ladeluftkühler ausrücken. Elf Rückrufe gab es, etwa wegen Wassereintritt, defekter Steuergeräte und Hinterachskorrosion.
Fazit
Bloß nicht vom optisch souveränen Auftritt blenden lassen: Der große Opel fährt sehr viel mehr Kilometer als das Durchschnittsauto – und deutlich seltener unbeschadet durch die HU. Der häufig anzutreffende Ölverlust kann teure Reparaturen mit sich bringen. Immerhin sind Federn und Dämpfer des Insignia B zuverlässiger als beim Vorgänger. Gleiches gilt für die Beleuchtung.



